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Antwerp Spring Festival: Musik als Weltsprache

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Antwerp Spring Festival: Musik als Weltsprache
© Nika Prokopenka

Vom 20. bis 26. April feiert das Antwerp Spring Festival seine fünfte Ausgabe in der monumentalen Handelsbeurs. Das, was als Frühlingsfestival mit klassischen Wurzeln begann, hat sich zu einem ausgesprochenen Plädoyer für musikalische Offenheit entwickelt. Unter dem Motto "One World" präsentiert das Festival eine Woche lang Konzerte, in denen Stile, Kulturen und Generationen aufeinandertreffen, ohne dabei den klassischen Bezugsrahmen aus den Augen zu verlieren.

Künstlerischer Direktor Benjamin Haemhouts wählt bewusst Verbindung als Leitmotiv. In einer Welt, die sich immer schärfer zu teilen scheint, möchte das Festival zeigen, wie Musik Grenzen überwindet und Gemeinsamkeit offenlegt. Diese Idee spiegelt sich in einem Programm wider, das große symphonische Gesten mit Intimität und Stille verbindet und auch den Dialog mit anderen Genres führt.

Die Eröffnung am 20. April ist sogleich programmatisch: das Belgian National Orchestra bringt unter der Leitung von Michael Schønwandt die Fünfte Symphonie von Gustav Mahler (1860-1911). Das Werk, das zwischen existenziellem Dunkel und hoffnungsvoller Lyrik laviert, erhält in der Akustik der Handelsbeurs einen besonderen Widerhall. Mahler fungiert hier nicht nur als Monument, sondern auch als Spiegel einer universellen menschlichen Erfahrung.

Diese Universalität nimmt in den folgenden Tagen andere Gestalt an. Mit Common Ground sucht das James Oesi Trio Berührungspunkte zwischen Barockmusik und Jazz, während ein Abend rund um Arvo Pärt (°1935) und Pēteris Vasks (°1946) die Zeit stillzustehen scheint mit Musik, die Nüchternheit und Spiritualität atmet. Das bekannte Stabat Mater von Giovanni Battista Pergolesi (1710-1736) ordnet diese zeitgenössische Kontemplation in eine jahrhundertealte Tradition ein.

Das Symfonieorkest Vlaanderen zusammen mit SOV Young und dem Octopus Symfonisch Koor richtet am 23. April den Blick auf das Universum mit The Planets von Gustav Holst (1874-1934). Das Programm wird durch ein neues Posaunenkonzert von Frederik Neyrinck (°1985) bereichert, eine treffende Illustration des Festivalsprinzips, in dem Repertoire und Kreation Hand in Hand gehen.

Auch Intimität erhält ihren Platz. Ein Spätabendkonzert mit den Goldbergvariationen von Johann Sebastian Bach (1685-1750), bei Kerzenlicht aufgeführt von Abel Hox, bildet einen stillen Kontrapunkt innerhalb des Festivaltrubels. Hier kein weltumspanndes Panorama, sondern Konzentration, Atem und Detail.

Die Welt erklingt erneut explizit im Auftritt von Cristina Clara, die Fado, Morna und Bossa Nova zu einer persönlichen musikalischen Landschaft zusammenbringt. Das Abschlusskonzert unter der Leitung von Diego Matheuz schließt den Kreis mit der Neunten Symphonie von Antonin Dvořák (1841-1904), flankiert von Werken von Florence Price (1887-1953) und Teresa Carreño (1853-1917): Musik, die die Neue Welt nicht exotisiert, sondern als gemeinsames Erbe versteht.

Mit dieser fünften Ausgabe bestätigt das Antwerp Spring Festival sein eigenes Profil. Keine beliebige Eklektik, sondern einen durchdachten Dialog zwischen Tradition und Erneuerung. In der Handelsbeurs wird Musik wieder zu dem, was sie schon immer war: eine Sprache, die nicht teilt, sondern zusammenbringt.

Weitere Informationen: www.antwerpspringfestival.be

Weitere Berichterstattung folgt auf Klassiek Centraal.

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