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Babamin Kemani: My Fathers's Violin

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· 4 Min. Lesezeit
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Babamin Kemani: My Fathers's Violin

Es gibt nicht viele Filme, in denen Musik und besonders klassische Musik auf die eine oder andere Weise (mit)der Kern der Geschichte ausmacht. Auf Netflix kam Anfang dieses Jahres das türkische Drama 'Babamin Kemani' in die Premiere und ist immer noch abrufbar. Eine starke Empfehlung!

Die ganze Geschichte hier auszubreiten ist nicht beabsichtigt, denn ja, was nützt es dir, wenn du bereits alles weißt, bevor du den Film gesehen hast? Worum geht es? Ein achtjähriges Mädchen, Özlem (Gülizar Nisa Uray), ihr Vater (Ali Riza gespielt von Selim Erdogan) ist ein verarmter Straßenmusiker und Witwer. Zusammen mit einigen guten Freunden arme, aber sehr gute Musiker verdient er sein tägliches Brot musizierend in Istanbul. Die Männer tun dies ohne Genehmigung und immer wieder werden sie von der Polei vertrieben. Tanzend und etwas Violine spielend ist die kleine Halbwaise der Star und verführt das Publikum großzügig zu geben. Was sie nicht weiß, ist dass ihr Vater ernstlich krank ist und den Ärzten zufolge noch wenig Zeit zu leben hat…

Nach seinem Tod stellt sich die Frage, wer sich des Mädchens annehmen wird. Die befreundeten Musiker, mit denen sie aufwuchs, werden als unfähige Junggesellen angesehen und da hat sie keine Chance, wie gutgemeint großzügig auch ihr Angebot und ergreifend ihre Bitte ist, das Kind bei ihnen aufwachsen zu lassen. Ihr Onkel Mehmet (Engin Altan Düzyatan) jedoch, der Bruder ihres Vaters, kommt wohl in Frage. Im Gegensatz zu Özlems Vater ist er kein Straßenmusiker sondern ein international gefeierter Violinist. Seine italienische Frau war Konzertpianistin (gespielt von Belçim Bilgin), gab aber ihre Karriere für die ihres Mannes auf. Das Ehepaar ist kinderlos. Die kleine Özlem bedeutet besonders für ihre Tante eine Erfüllung der Leere, der Onkel jedoch weiß mit dem ziemlich wild aufgewachsenen Kind, das keine verfeinerten Manieren hat, nicht umzugehen.

Dennoch wird er dank der Umstände, die sich ergeben, mit dem jungen Nichtchen verwachsen, das sich zudem als musikalisch hochbegabt erweist. Özlem gibt ihm eine Schachtel mit Erinnerungen aus der Kindheit ihres Vaters und Onkels und platzt spontan heraus, was ihr Vater ihr alles über seine Kindheit erzählte und warum sein Bruder als Kind allein auf einem Boot nach Italien geschickt wurde. Viele herzzerreißende Erinnerungen kommen hoch.

Die verschiedenen Charaktere werden außergewöhnlich stark betont: der ehrgeizige Violinist, der übertriebenen Luxus liebt und bei dem alles nur um seinen Namen und Ruhm zu gehen scheint; die warmherzigen einfachen, schlecht gekleideten, sensiblen Straßenmusiker; die einsame, kinderlose Tante; die Inspiration, die echte Künstler aus schwierigen Umständen im Leben schöpfen. Alle Elemente kommen in einer geschickten Bildgestaltung im heutigen Istanbul geschickt in einem unumstößlichen Geschichten zum Ausdruck. Man sieht sowohl das moderne Istanbul, viele malerische Ecken und Seiten, aber auch schmerzhafte Verarmung, die wie in allen Großstädten in Armenvierteln herrscht.

Manchmal gibt es etwas Übertreibung nach einem Mix aus einem Holly- und Bollywoodiesque-Modell, aber das schadet letztendlich nicht wirklich dem Ganzen. Der Film öffnet sicherlich eine Tür für die klassische Musik zu einem sehr großen Publikum. Ein Element, das nicht übersehen werden darf. Wer weiß, trägt dieser Film dazu bei, intensiveres Musikleben nicht nur in der Türkei, sondern auf der ganzen Welt zu schaffen. Denn ja, Musik verbindet so viel besser und mehr als alles andere und ob die Weltbevölkerung das heute braucht angesichts der Bedrohung eines beängstigenden Weltkonflikts…

Cast: Engin Altan Düzyatan, Belçim Bilgin, Gülizar Nisa Uray und Selim Erdogan

Credits: Drehbuch und Regie von Andaç Haznedaroglu.
Ein Netflix Release.

Dauer: 1.52'

Tags filmmuziek cd
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