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Brussels Philharmonic startet schlecht aus den Startlöchern

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· 3 Min. Lesezeit
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Brussels Philharmonic startet schlecht aus den Startlöchern

*** Brussels Philharmonic trat mit einem Heimspiel in Flagey ihre neue Saison an. Mit Le Sacre du Printemps auf dem Programm und Renaud Capuçon, der sich den Reihen anschloss, hoffte das Orchester sofort zu punkten.

Die Saisoneröffnung war groß angekündigt als Le sacre du printemps und Neukompositionen von Guillaume Connesson. Wenn das dein Angebot ist, ist der Rest deines Programms nur Füllstoff. Das Werk von Vaughan Williams war nicht mehr als ein billiger Publikumswärmer, um alle für das dissonanteren neue Violinkonzert von Connesson in Stimmung zu bringen. Bei einem solchen Werk gibt es nicht viel auszusetzen. Mach keine gigantischen Ausreißer und du kannst damit eigentlich nichts falsch machen.

Das neue Violinkonzert von Guillaume Connesson war sehr interessant. Stilistisch irgendwo auf dem Schnittpunkt zwischen Stravinsky und Copland, und damit auch eine perfekte Brücke zwischen dem populären Eröffnungswerk und dem späteren Sacre. Trotz des treibenden Rhythmus und der schrillenden Violinsoli von Renaud Capuçon führt dich der Komponist mühelos in eine buddhistische Geschichte über Shangri-La. Die orientalische Schlagzeugmusik war manchmal etwas zu willkürlich, aber Connesson baute in seinem Werk vor allem einen guten Spannungsbogen auf und schaffte es, alle in den Bann zu ziehen. Nicht zuletzt, weil er das Beste aus Renaud Capuçon herauskitzelte.

Dennoch begann der Star des Abends bemerkenswert nachlässig. Violine locker in der Hand stand er vorne und wartete, bis er anfangen konnte. Fast gelangweilt, als hätte er nichts zu spielen. Diese Nachlässigkeit sitzt auch in seiner Spieltechnik. Er wirbelte mühelos durch seinen Part, aber er macht es dann auch alles so mühelos wirken. Man kann sich über diese vermeintliche Bequemlichkeit ärgern, aber es zeugt von einer Künstler, dass er diese Art von Werk so kinderleicht wirken lassen kann.

Blut, Schweiß und Tränen

Zufällig war diese Wahrnehmung der Musiker auch wichtig bei Le Sacre du Printemps. Ein Werk, bei dem Blut, Schweiß und Tränen aus der Musik spritzen. Wenn sich deine Violinsektion dann stelzengleich durch ihren Part arbeitet, hast du das Werk nicht richtig verstanden. Besonders während der Augures Printaniers kam die synkopierte Energie des Werkes nicht voll zur Geltung. Dafür hatte sich auch das Fagott bereits viel zu schnell durch seine Eröffnungstakte gearbeitet. Die gedehnten Klagelaute der Eröffnungstakte kamen nicht zu ihrem Recht.

Nach so einem doppelten Fehlstart bist du eigentlich bereits disqualifiziert. Obwohl die Musiker im Stück wuchsen, kam die erwartete Ekstase nie. Die Dezibel nahmen zwar zu, aber es fehlte an Vitalität. Nächstes Mal doch etwas früher aus dem Urlaub zurückkehren. Die drei Sterne sind vor allem für Connesson, der mühelos gegen ein Wahrzeichen der modernen Musik ankämpfen konnte.


  • WER: Brussels Philharmonic, Vlaams Radiokoor & Renaud Capuçon
  • WAS: Le Sacre du Printemps, Le Roi des Étoiles (Stravinsky), Concerto pour Violon (Connesson), Serenade to Music (Vaughan Williams)
  • WO: Flagey, Brussel
  • WANN: Freitag 14. September 2018
  • FOTO: © Wouter Vaerenbergh
Tags concert
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