Der Verband der Belgischen Musikpresse durchlief nicht nur eine wichtige Verjüngung, sondern ergriff nach einer Pausenjahr die Initiative, um die Ceciliaprijzen jährlich zu vergeben und die jahrelange Tradition fortzusetzen. Der Verband war zu Gast in der Foyer von De Munt, um die prämierten CDs und den Musiker des Jahres bekannt zu machen und zu würdigen.
Der junge Vorsitzende Jasper Croonen, der einst seine ersten Sporen als Rezensent bei Klassiek Centraal verdiente, leitete den Abend flüssig zweisprachig, bei dem ein Preis dem anderen folgte. Einige der Geehrten schickten eine Videobotschaft, aus der immer aufrichtige Dankbarkeit erklang, andere Preisträger waren anwesend oder entsandten Vertreter.
Es war eine hochwertige CD-Ernte. Die "Junge Musikerin des Jahres 2025", Sopranistin Gwendoline Blondeel, war übrigens die musikalische Überraschung der Feier mit ihrer Aufführung von zwei feinsinnigen Arien von Gabriel Fauré, begleitet von Julien Libeer. Sie verdiente außerdem eine Medaille mit ihrer beachteten CD "Amor Eterno". Eine originelle Auswahl von Liedern u.a. von Caccini, Charpentier, Desprez, Marais, Monteverdi. Große Kunst in kleinem Format, schrieb ein Jurymitglied dazu. Auf Klara "ein Schmuckstück" genannt. In diesem Renaissance- und Barockoperrepertoire, das ihr wie angegossen sitzt, kann sie auf die Laute und Harfe von Quito Gato zählen. Nach ihrer Ausbildung am Königlichen Institut für Musik und Kunst (IMEP) in Namen bekam sie die Gelegenheit, Berufserfahrung in der MM Academy von De Munt zu sammeln. Und dann ging es schnell, mit nun oft als musikalische Heimatbasis der Opéra Royale de Versailles.
Bei dieser Ausgabe der Ceciliaprijzen wurden insgesamt 12 CDs der großen Label wie Harmonia Mundi und Warner/Erato ausgezeichnet. Eine bemerkenswerte Aufnahme z.B. mit "Songs of Passion" von John Dowland und Henry Purcell durch Lea Desandre und Thomas Dunford mit dem Jupiter Ensemble. Bei einer melancholischen Stimmung bekommst du bei der Hörerlebnis zweifellos Gänsehaut. Noch eine Erato-Produktion mit niemand Geringerem als Joyce DiDonato und Michel Spyres erhielt eine Ceciliamedaille. Diese "Dido and Aeneas" CD erweist sich als bemerkenswert energiereich und theatralisch gelesen. Für das gleiche Label spielten zwei Toppianisteninnen vierhändig Werke von Schubert: Bertrand Chamayou und Leif Ove Andsnes. Mit ihrer erstaunlichen Verständigung gehörte dieses ausgezeichnete französisch-norwegische Duo auch zu den verdienten Preisträgern.
Pianistin Beatrice Rana schaffte es mit ihrer überraschenden und überzeugenden Interpretation von Bachs "Keyboard Concertos" auf einem modernen Flügel ebenfalls auf die Ehrenliste. Das in perfekter Synergie mit der Amsterdam Sinfonietta. "Visiting Rachmaninoff" ist eine ausgezeichnete CD, die viele Liebhaber dieses Komponisten begeistern kann, mit Alexander Melnikov am Klavier mit seinen "Variationen über ein Thema von Chopin" und Sopranistin Julia Lezhneva mit den "Romanzen". Er subtil wie immer, sie gewissermaßen eine Singstunde gebend.
CD-Produktionen belgischer Label gingen zu Recht in die Preise. Die Colonna-Händel CD mit der Missa Concertata und dem Dixit Dominus u.a. mit dem Choeur de Namur unter der funkelnden Leitung von Leonardo García-Alarcón, alles aufgenommen, Solisten, Chorsänger und Instrumentalisten, in der Grand Manège von Namen. Das Doppelalbum, veröffentlicht bei Cypres, mit weniger bekanntem Klavierwerk von Debussy mit Elodie Vignon, ist ein Denkmal seltener Kohärenz für ihren Lieblingskomponisten. Ein Meilenstein in einer neuen Gesamtausgabe dieses Klavierwerks. Elodie Vignon spielte für die Anwesenden einen kurzen Auszug aus ihrer Aufnahme "l'œuvre pour piano" von Claude Debussy. Das war ein Lieblingspreis, genauso wie der Ceciliapreis für die französisch-ägyptische Altviolistin Sindy Mohamed. Es ist ein erstes Album zusammen mit Pianist Julien Quentin. Sie ist heutzutage aktiv im West-Eastern Divan Orchestra von Barenboim und ein seltenes Beispiel einer gelungenen Fusion.
Der irische Komponist-Pianist John Field verdiente eine neue Aufnahme seiner komplexen Nocturnes und es brachte der deutschen Pianistin Alice Sara Ott mit ihren subtilen Klangverschiebungen und raffinierten Pedalgebrauch einen Ceciliapreis ein. Die französische Violistin Stéphanie-Marie Legrand brachte die Violkonzerte ihres virtuosen Vorgängers Jean-Marie Leclerc (1697-1764) brillant zum Leben zusammen in intensiver Harmonie mit La Diane Française.
Es ist eine Ehrenliste, die gesehen und gehört werden darf und basiert auf mehr als 100 Einreichungen von Rezensenten und Mitgliedern des Verbandes der Belgischen Musikpresse. Es ist schade, dass es bei ihnen nicht mehr Aufmerksamkeit für die doch vielen ausgezeichneten belgischen Produktionen gab, die es 2025 gab und unter denen vielleicht auch noch Kleinode zu finden sind. Aber alle Ehre den Gewinnern. Schön war es, bei der Preisverleihung eine Reihe von Videobotschaften von Künstlern wie Béatrice Rana, Sindy Mohamed, Isabelle Faust, Joyce DiDonato und ein paar Labelvertreter hören zu können, die ihren Dank für den erhaltenen Preis aussprachen.
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Unten findest du die Preisträgerliste, wie die Jury alles sorgfältig ausgewählt und zusammengestellt hat.
Zusammensetzung der Jury
- Jasper Croonen, Vorsitzender VBMP, De Standaard, BRUZZ
- Roger Creyf, Klassiek-Centraal
- Helena Gaudeus, Klassiek-Centraal
- Patrice Lieberman, Crescendo
- Martine Dumont-Mergeay, La Libre, Musiq3
PREISTRÄGER
CD
Amor Eterno (1 CD Harmonia Mundi)
Caccini, Calestani, Capirola, Certon, Charpentier, d'Ambruys, Del Biado, del Encina, Desprez, Janequin, Kapsberger, Marais, Marín, Milán, Monteverdi, Mudarra, Ortiz, Piccinini, Spinacino, Vásquez
Gwendoline Blondeel, Quito Gato, Mathilde Vialle, Pernelle Marzorati, Laurent Sauron
Songs of Passion - John Downland, Henry Purcell (2 CD Erato)
Lea Desandre, Thomas Dunford
Jupiter
Henri Purcell - Dido & Aeneas (1 CD Erato)
Joyce DiDonato, Michael Spyres, Fatma Said, Beth Taylor, Hugh Cutting, Laurence Kilsby
Il Pomo d'Oro, Maxim Emelyanychev
Johann Sebastien Bach - Keyboard Concertos BWV 1052 à 1054 et BWV 1056 (1 CD Harmonia Mundi)
Beatrice Rana, Amsterdam Sinfonietta
George Frideric Handel - Dixit Dominus & Giovanni Paolo Colonna - Missa Concertata (1 CD Ricercar)
Elizaveta Sveshnikova, Mariana Flores, Paul-Antoine Bénos-Djian, Valerio Contaldo, André Morsch
Cappella Mediterranea, Chœur de chambre de Namur
Leonardo García-Alarcón
Jean-Marie Leclair Complete Violin Concertos (3 CD NoMadMusic)
Stéphanie-Marie Degand et La Diane Française
John Field - Complete Nocturnes (1 CD Deutsche Grammophon)
Alice Sara Ott
Visiting Rachmaninoff (1 CD Harmonia Mundi)
Sergei Rachmaninov - Variations on a Theme by Chopin. Romances
Alexander Melnikov, Julia Lezhneva
Franz Schubert - 4 Hands (1 CD Erato)
Fantasie D.940, Allegro D.947 « Lebensstürme », Fuge D.952, Rondo D.951
Bertrand Chamayou, Leif Ove Andsnes
György Ligeti - Concertos (1 CD Harmonia Mundi)
Isabelle Faust, Jean-Frédéric Neuburger
Les Siècles, François-Xavier Roth
Lieblingsstücke
Farasha (1 CD BR Klassik)
Bréville, Hindemith, Mendelssohn, Al Kammar, Saint-Saëns
Sindy Mohamed, Julien Quentin
Claude Debussy (2CD - Cypres)
Soirs d'or, Monsieur Debussy, l'oeuvre pour piano (vol. 1)
Elodie Vignon
Preis des jungen Musikers des Jahres
(In Zusammenarbeit mit Bozar)
Der Preis des jungen Musikers des Jahres wird abwechselnd einem niederländischsprachigen und einem französischsprachigen oder deutschsprachigen Musiker verliehen.
Gwendoline Blondeel, Sopran
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Sopranistin Gwendoline Blondeel, begleitet vom Pianisten Julien Libeer © PK/KC[/caption]
Gwendoline Blondeel hatte 2021 ihren Durchbruch in Titon et l'Aurore von Mondonville unter der Leitung von William Christie in der Opéra-Comique, wo sie ihre beeindruckende Bühnenpräsenz, ihre strahlende Klangfarbe und ihre vokale Beherrschung demonstrierte. Sie studierte am IMEP in Namur, studierte an der Académie du Théâtre de La Monnaie und trat anschließend in das Jeune Ensemble des Grand Théâtre de Genève ein. 2019 gewann sie den ersten Preis beim Concours de Froville.
Obwohl sie eine gefragte Interpretin von Musik aus dem 17. und 18. Jahrhundert ist, erforscht sie ein viel breiteres Repertoire. Sie ist eine Meisterin des französischen Barockreppertoires (Sangaride in Atys von Lully, Jonathas in David et Jonathas von Charpentier, Alphise in Les Boréades von Rameau, usw.), glänzt aber auch in italienischen Meisterwerken (La Musica in L'Orfeo von Monteverdi, Almirena in Rinaldo, Dalinda in Ariodante und Morgana in Alcina von Händel, usw.). In späteren Rollen begeisterte Gwendoline Blondeel das Publikum als Blondchen in Die Entführung aus dem Serail von Mozart, Frasquita in Carmen von Bizet, Marie in La Fille du Régiment von Donizetti, Clorinda in Cendrillon von Rossini oder in der Zweiten Symphonie von Mendelssohn.
Die Opéra Royal de Versailles (eine echte musikalische Heimat für sie), das Théâtre des Champs-Élysées, das Théâtre du Capitole in Toulouse, das Festival von Beaune, das Teatro Real in Madrid, die Oper Zürich, die Concertgebouwen von Amsterdam und Brügge oder das Konzerthaus in Wien: Gwendoline tritt in den renommiertesten Musikinstitutionen auf und arbeitet mit führenden Dirigenten wie Leonardo García-Alarcón, Stéphane Fuget, Christophe Rousset, Diego Fasolis, Philippe Herreweghe, Sébastien Daucé, Thomas Hengelbrock, Emmanuelle Haïm und Kazushi Ono zusammen.