Nicolas Dupont, jung, schön und eins mit seiner Violine
Alba Mayorga Rodrigo, jung, schön und eins mit ihrer Klarinette.
Fügen Sie diesem Paar den vielversprechenden Pianisten Marco Mantovani hinzu - what's in a name? - , ehemaliger Schüler von Aleksandar Madzar, und Sie haben das Trio Kaliko.
Sie beschlossen das Jahr 2025 der Middagconcerten mit einem fesselnden Programm unter dem Zeichen von „Contrasts". Und ob es Kontraste gab! Es ging vom Frankreich von Poulenc, Debussy und Ravel zum Ungarn von Bartok. Dies ist von einer scharf gewürzten „L'Invitation au château" von Poulenc zu einer typischen Bartok-Komposition, die dem Programm ihren Titel „Contrasts" gab. Dazwischen bot die Erste Rhapsodie von Debussy Alba Mayorga Rodrigo die Gelegenheit, sich als würdige Klarinettistin der Koninklijke Muziekkapel van De Gidsen zu zeigen. Für einen Klarinettwettbewerb am Conservatorium von Paris geschrieben, stellt das Stück hohe Anforderungen, die Alba spielend erfüllte. Sie verband das Launenhafte und Verspielte mit dem Sanglichen und Poetischen. Melodische Linien hielt sie angenehm lange mit einer ruhigen Sicherheit.
Von Klarinette und Klavier zu Violine und Klavier für die „Sonate Posthume" von Ravel, die erst 38 Jahre nach seinem Tod veröffentlicht wurde. Unverkennbare Ravel-Sprache, bedient durch gegenseitig durchempfundene Ausdruckskraft Blickpunkte waren jedoch das Alpha und Omega des Konzerts. Es gibt keinen größeren Kontrast als den zwischen dem Poulenc am Anfang und dem Bartok am Schluss. Poulenc, selbst ein lebender Kontrast zwischen, wie er selbst behauptete, „halb Mönch, halb Schurke, mit einem Herzen, das in der Kirche betet und im Cabaret tanzt", konfrontierte in der „L'Invitation au Château" die Zuhörer mit dem Kontrast zwischen der bürgerlichen Gesellschaft und der Realität. Dies mit einer Dosis subtiler Kritik und sozialer Satire. Mehr als eine Suite ist es ein Medley von Tänzen und Interpretations- und Tempo-Anweisungen, das vom ersten bis zum letzten Ton fesselt. Hübsche Walzer, ein schwüler Tango, eine teuflische Tarantella, eine kokette Gavotte, einen mitreißenden Polka, sogar einen Hochzeitsmars passieren Revue. Es war das ideale Werk, um das zahlreiche Publikum zu begeistern und hoffentlich der ideale „Einstieg" für eine ganze Klasse junger Schüler aus Anderlecht.
Das Schlussstück des Konzerts erforderte etwas mehr Konzentration. Das virtuose „Contrasts" von Bartok ist zwar von populärer Musik aus Osteuropa inspiriert, aber Bartok bleibt eben Bartok. Man liebt seine Musik oder man tut es nicht. Seine Musik ist nicht besonders zugänglich. Volle Kraft voraus, also: eine zusätzliche Klarinette, eine „trompette marine" und vor allem der enthusiastische Zugang des Trios. Die Uraufführung des Werkes 1940 lag in den Händen von Bartok am Klavier, Klarinettist Benny Goodman und Violinist Joseph Szigeti. Ob dieser seinen Bogen in Fetzen schlug, sagt die Geschichte nicht. Nicolas Dupont tat es... mit einem Lächeln.
Schön zu wissen
"Der Name KALIKO bezieht sich auf die Calico-Katze: ein Tier mit einem mehrfarbigen Fell, in dem verschiedene Farbtöne (weiß, rot, schwarz) nebeneinander vorhanden sind und zusammen ein Ganzes bilden. Genauso bringt Trio Kaliko die Klangwelten von Klarinette, Violine und Klavier zusammen: drei ausgeprägte Stimmen mit jedem eigenen Charakter und Klängen, die sich gegenseitig ergänzen und zusammen ein farbiges, lebendiges und harmonisches Ganzes bilden." Dixit Nicolas Dupont.