Der Thematag CZECH THAT! präsentiert drei Porträts der größten tschechischen Komponisten: Leoš Janáček, Bohuslav Martinů und - weniger bekannt, aber absolut genial - Erwin Schulhoff.
Am Sonntag, 13. Oktober Konzerte um 14:30 und 18:00 im 30CC/Schouwburg in Leuven.
Zunächst ergreift das unvergleichliche Pavel Haas Quartet das Wort mit drei intensiven Kammermusikwerken voller tschechischer Leidenschaft. Danach lassen die Bläser von I SOLISTI zusammen mit fünf Schlagzeugern alle Zügel schießen mit Humor, Spott und fröhlicher Melancholie. Gerda Dendooven zeichnet live!
Konzert um 14:30
Musik, die gleichzeitig leidenschaftlich, melodisch und modern ist
In den goldenen Zwanzigerjahren sprudelte es nicht nur in Berlin und Paris, sondern auch in Brno, der Heimatstadt von Leoš Janáček. Seine stürmische Verliebtheit in Kamila Stösslová versetzte den 65-jährigen Komponisten in einen kontinuierlichen kreativen Rausch, in dem er ein Meisterwerk nach dem anderen schuf. Das Zweite Streichquartett, das unmittelbarste Zeugnis seiner späten (und unerreichbaren) Liebe, atmet Unruhe und balanciert zwischen Hoffnung und Ratlosigkeit. Die gleiche leidenschaftliche Sprache, melodisch und modern zugleich, klingt auch in den Sextetten von Schulhoff und Martinů nach. Auch wenn hier keine konkreten Lieben benannt werden, verraten die kontinuierlichen Verflechtungen der sechs Instrumente mindestens ebenso viel Sehnsucht.
Pavel Haas Quartet + Pavel Nikl Viola + Ivan Vokáč Cello
Konzert um 18:00
Jugendschwermut, tangende Kochtöpfe und eine kräftige Satire
Der alte, aber spritzige Janáček blickt in zwei dynamischen und fantasievollen Werken – Mladi und dem Concertino – auf seine herrliche Jugend zurück. Schulhoff und Martinů tauchen ganz in den "Geist von Paris" ein und bringen je ein spielerisches Ballett mit. In Martinů's La revue de cuisine gehen die (Koch)töpfe buchstäblich tanzen und alles wird mit einer kräftigen Jazz-Sauce übergossen. Schulhoff ergötzt sich in Le bourgeois gentilhomme an der kräftigen Satire, mit der Molière das Gehabe eines Aufsteigers geißelte. Er setzt dafür fünf (!) Schlagzeuger und ein Klavier auf die Bühne. I SOLISTI verschwindet mit dreizehn Musikern und Dirigent im Leuvener Orchestergraben (ein gut gehütetes Geheimnis!), so hast du auch einen ausgezeichneten Blick auf die Zeichnungen von Gerda Dendooven.
I SOLISTI + Klavier + 5 Schlagzeuger