Harpes en Écho ist ein einzigartiges Harfenensemble bestehend aus drei talentierten Harfistinnen: Annie Lavoisier, Harfenprofessorin am Conservatoire Royal in Brüssel, Roberta Brambilla und Eleonora Congiu, beide ehemalige Schülerinnen von Lavoisier. Das Trio zeichnet sich durch ihren innovativen Zugang zum klassischen Repertoire aus, wobei sie eigene Arrangements symphonischer Meisterwerke schaffen. Damit übersetzen sie den reichen Orchesterklang in die intime Umgebung von drei Harfen. Das Ensemble tritt regelmäßig in Belgien und Frankreich auf, wo es das Publikum mit seiner Virtuosität und Kreativität verzaubert.
Das Konzert Danza, aufgeführt am 12. Dezember 2024 im Musée des Instruments de Musique in Brüssel, war ein glänzendes Beispiel ihres Könnens. Das Programm begann mit einem wunderschönen Stück aus dem 14. Jahrhundert, aufgeführt auf drei kleinen Harfen, womit das Ensemble sofort seine Vielseitigkeit zeigte. Danach folgten die Slawischen Tänze, op. 72 Nr. 2 von Dvořák, in denen die Harfen die reichen Melodien auf verfeinerte Weise interpretierten. Annie Lavoisier leitete die Stücke oft mit kurzen Texten ein, die den Kontext der Musik skizzierten und den Hörerinnen und Hörern halfen, die tiefere Bedeutung der Werke zu verstehen.
Die märchenhafte Atmosphäre von Ravels Ma Mère l'Oye – Cinque pièces enfantines wurde von der Harfe mit Finesse übertragen, die die kindlichen und verträumten Elemente der Musik zum Leben erweckte. Anschließend brachte das Trio die Milonga des Argentiniers Ginestera, die das Konzert in eine lateinamerikanische Atmosphäre tauchte, mit seinen rhythmischen und mitreißenden Klängen.
Der absolute Höhepunkt des Konzerts war Sumergida von Miguel del Águila. Die Musik beschrieb die mysteriösen Wesen auf dem Meeresgrund so eindringlich, dass sich das Publikum fast unter Wasser wähnte. Das Programm setzte sich fort mit zwei Stücken aus La lyre aménienne von Vardapet Komitas, die uns zu den armenischen Musiktradionen führten, und endete mit der festlichen Brazileira von Darius Milhaud, die uns in die lebendigen Sambas von Rio de Janeiro brachte.
Die Begeisterung des Publikums, darunter eine Schulklasse aus Zemst, war beispiellos. Ein Mädchen im Publikum war so fasziniert von der Musik, dass es begann, die Handbewegungen der Harfistinnen nachzuahmen – vielleicht eine zukünftige Harfistin in spe! Das Konzert endete mit einer Zugabe, die das Publikum in Weihnachtsstimmung versetzte: der Tanz der Zuckerfee aus Tschaikowskis Der Nussknacker.
Harpes en Écho bewies erneut, warum das Ensemble für seine Virtuosität und Kreativität gelobt wird, und gab dem Publikum ein verzaubertes Erlebnis, das die Kraft und Vielseitigkeit der Harfe auf glänzende Weise zur Schau stellte. Wir freuen uns schon jetzt darauf, noch mehr von diesem einzigartigen Trio zu hören.