Zwischen Oktober 2023 und Februar 2025 wird der neue Munt-Ring geschmiedet von Musikdirektor Alain Altinoglu und Regisseur Romeo Castellucci – der seine Opernkarriere in der Munt mit Parsifal 2012 begann. Wer kürzlich unsere Aufführung von Requiem erlebte, weiß, wie der italienische Künstler bis zum Kern eines Bühnenwerks vordringen kann. Und dass unser Musikdirektor die Partituren von Wagner in jeder Faser spürt, bewies er bereits in Lohengrin (2017), unserer szenischen Produktion von Tristan und Isolde (2019) und in diesem Spielzeitabschnitt noch bei einem konzertanten Parsifal. Es ist für uns daher das ideale Haus-Duo, um einerseits die theatralische Dramatik in der Musik zum Leben zu erwecken, und andererseits die universellen Themen aus Wagners Sagenoper zu destillieren und auf der Bühne zu präsentieren.
Das letzte Mal, dass dieses großartige Opernvierteiler in Brüssel auf den Bühnen kam, war in den 80er Jahren. Damals engagierte Gerard Mortier das Duo Sylvain Cambreling/Herbert Wernicke für Der Ring des Nibelungen. Bernard Foccroulles Projekt mit Antonio Pappano und Willy Decker scheiterte in den 90er Jahren aus künstlerischen Gründen. Höchste Zeit also für eine neue Tetralogie nach Maß unseres Hauses und im Geiste der Zeit.
Das Rheingold feiert im Oktober 2023 Premiere, Die Walküre folgt im Januar 2024. Siegfried (September 2024) und Götterdämmerung (Januar 2025) fallen in die letzte Saison des aktuellen Intendanten Peter de Caluwe.
„Ich bestehe darauf, in meiner letzten Saison in der Munt zwei wesentliche Säulen des Opernrepertoires zusammenzubringen: Richard Wagner und Claudio Monteverdi. Ihre Werke handeln im Wesentlichen von der Suche nach dem Göttlichen im Menschen und umgekehrt. Der Zwiespalt zwischen Macht und Liebe steht bei beiden Komponisten im Mittelpunkt und bildet eine perfekte Reflexion unserer Zeit. Die Wahrung der von Menschen geschaffenen Weltordnung hat bis heute weiterhin Vorrang vor dem Platz und den Bedürfnissen des Einzelnen. Die Monteverdi-Trilogie und die Präsentation der Wagner-Tetralogie bilden für mich – zusammen mit den vielen Uraufführungen, die wir noch in Aussicht stellen – einen perfekten Abschluss dessen, was wir in den vergangenen Jahrzehnten in Brüssel realisiert haben. Ich freue mich auf die Verwirklichung dieser ehrgeizigen Projekte, die unser Haus in der internationalen Aufmerksamkeit halten werden", so Peter de Caluwe, Generalintendant der Munt.