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Ein Tag beim Waldenfestival voller südlicher Düfte und Klangfarben

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· 3 Min. Lesezeit
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Ein Tag beim Waldenfestival voller südlicher Düfte und Klangfarben

Leider konnte ich mich nur am Samstag freuen, von dieser zweiten zweitägigen Ausgabe des Walden-Festivals im Brüsseler Leopoldpark. Und doch war es ein herrlicher Nachmittag. Und vielleicht der Nachmittag mit der exotischsten Musik des Ereignisses, obwohl er mit einem großartigen Klassiker eröffnete. Nicht mehr und nicht weniger als Ein kleine Nachtmusik. Und das brachten die Boho Strings. Suchen Sie nicht zu weit: ein Ensemble aus, ja richtig, BOrger HOut.... mit David Ramael als künstlerischer Leiter. Frische Erscheinung in Hemdärmeln an diesem warmen Sommerabend und alles andere als ein steifer Typ, sondern ein unternehmungslustiger, sozial engagierter und kommunikativer Dirigent. Und mit Musikern so vielfältig wie Borgerhout ist. Die Musik klingt, wie so viel Musik von Mozart, oh so sonnig. Sie bringt das Festival sofort in Schwung.

Diese Vielfalt hören wir auch in der Musik des algerischen Komponisten Salim Dada. Schwerer in der Hand als Mozart, aber eine Sinfonietta, eigens für diese Gelegenheit geschrieben, eine Uraufführung, schönes melodisches zeitgenössisches Werk mit einem arabischen Hauch, genau wie die wenigen Miniaturen, die folgten, und serviert mit einem deutlich mediterranen bis sogar Balkan-Klang.

Walden, der Name des Festivals stammt natürlich von dieser Klara-Sendung am langsamsten Tag der Woche, dem Sonntagsprogramm der Musikzusammenstellerin Katleen van Bavel. Das wiederum muss eine Anspielung auf dieses Kultbuch des amerikanischen Schriftstellers und Naturbeobachters Thoreau sein. Ein Buch, das wohl nicht viele Musikliebhaber gelesen haben, dessen Ruf aber allgemein bekannt ist. Dieses "life in the woods" Leben ist noch etwas anderes als dieses Leben hier auf dieser sonnenbeschienenen Wiese: "klassisch sur l'herbe". Es herrscht Ruhe, ein bisschen zu viel denn nicht so viel Volk. Das Ganze hat einen Mini-Middelheim-Charakter, so scheint es. Besonders wenn das Trio von Rabih Abou Khahil auftritt, der libanesische Oud-Spieler, der auch den Jazz umarmt hat zusammen mit dem amerikanischen Perkussionisten Jarrod Cagwin. Und letzterer entschied sich wiederum für verschiedene Schlagzeugtechniken und Instrumente aus indischen, türkischen, persischen und anderen Traditionen. Zusammen mit dem polnischen Jazzgeiger Mateusz Smoczynski war dies wiederum eine Entdeckung an dieser rauen Kante der exotischen Weltmusik, schlängelnd zwischen vielen Formen von Ost und West.

Die Krönung war zweifellos das Orchestre des Jeunes de la Méditerranée. Jugendliche aus der Gegend des Mittelmeerbeckens, zusammengebracht durch den unermüdlichen Fabrizio Cassol. Seit 2015 holt er sie von allen Seiten dieser "Odyssee" und bereitet sie vor, zunächst für die Medina Session beim Festival von Aix-en-Provence und jetzt für das Waldenfestival. Es wird ein turbulentes Gemisch aus Improvisation und Komposition. Verblüffend, ohne Frage. Bescheiden wie er ist, stand Cassol nicht auf der Bühne, sondern nur hinter dem Dirigentenpult, während seine Jugendlichen all ihre dämonischen Klänge und ihren Engelgesang losließen in einer beschwörenden Fanfare südlicher Rhythmen und Töne auf einer unzähligen Vielfalt von Instrumenten. Und wer Fabrizio Cassol bei der Arbeit sieht, sollte sich nicht wundern, dass auch diese beeindruckende Sopranistin Claron McFadden in der Nähe ist. Eine wirklich funkelnde Aufführung. Dann fragt man sich nicht mehr, was Osten und Westen ist, man lässt diesen Schmelztiegel warm über sich ergießen und genießt köstlich diesen südlichen Wind.

WAS: Walden Festival
WO: Leopoldpark, Brüssel
WANN: Samstag, 16. Juli 2022
WER: Boho Strings, Ltg. David Ramael
Rabih Abou-Khalil Trio, Orchestre des Jeunes de la Méditterranée Ltg. Fabrizio Cassol und u.a. Sopran Claren McFadden.

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