Googles Suchalgorithmen haben kürzlich einen interessanten Fehler enthüllt. Suchanfragen nach 'John Taverner' führen nicht nur zum bekannten Renaissancemusiker, sondern bringen auch den Komponisten des 20. Jahrhunderts 'John Tavener' hervor. Das Frühlingsfestival von AMUZ, TAVE(R)NERinPRIMETIME, zeigt, dass ein vermeintlicher Tippfehler eine fesselnde Entdeckungsreise durch die Musikgeschichte in Gang setzen kann. Was wissen Sie über Taverner und Tavener?
TAVE(R)NERinPRIMETIME, das Frühlingsfestival von AMUZ, beleuchtet vom 11. bis 25. Februar die Unterschiede und Verbindungen zwischen den englischen Komponisten John Taverner (ca. 1490-1545) und John Tavener (1944-2013). Der erste lebte in einem England, das unter der Herrschaft Heinrichs VIII. von religiösen Unruhen geprägt war, und wurde dort für seine wunderschönen, endlosen Melodien gelobt, die in reichem Kontrapunkt verwoben sind. Der zweite entwickelte dagegen seine eigene musikalische Sprache auf der Grundlage seiner spirituellen Reisen durch verschiedene Religionen und Philosophien. Taveners Kompositionen haben einen mystischen Charakter; sie berichten uns von Sterblichkeit, Leiden, Erlösung und Transzendenz.
Das perfekte Triptychon
Drei Konzerte, jeweils sonntags, bringen diese beiden zeitlosen Figuren zusammen. The Tallis Scholars – die zudem ihr fünfzigjähriges Jubiläum feiern – glänzen mit der phänomenalen Missa Corona spinea von Taverner. Nicht nur singen die Soprane in keiner anderen Messe aus dem englischen Renaissancerepertoire so hoch. Mit dieser sechsstimmigen Messe hätte Kardinal Wolsey auch die unerbittliche Eifersucht Heinrichs VII. auf sich gezogen.
Das legendäre Viola-da-Gamba-Konsort Fretwork, Countertenor Iestyn Davies und Oboist Nicholas Daniel schlagen die Brücke zwischen Taverner und Tavener. Die instrumental aufgeführte Missa Gloria tibi trinitas von Taverner fließt nahtlos in zwei stille, musikalische Gebete von Tavener über.
Violinistin Sylvia Huang und Cellist Matthew Barley vollenden den Kreis. Zusammen mit Young Belgian Strings bringen sie unter anderem The protecting veil, Taveners bekannteste Instrumentalkomposition und eine Herausforderung für Barley, der als Cellist keinen Moment Ruhe bekommt. Huang ist als Solistin in zwei weiteren Kompositionen von Tavener zu hören, Fragment for the Virgin und Tears of the angels. Wer könnte besser als Huang Taveners Suche nach dem „ewig Weiblichen" auf ihrer Geige zum Leben erwecken?
Mit TAVE(R)NERinPRIMETIME bringt AMUZ die besten Werke der beiden englischen Komponisten zusammen. Erwarten Sie Konzerte, die nicht nur musikalische Entdeckungen, sondern auch spirituelle Erlebnisse sind.
Praktisches
TAVE(R)NERinPRIMETIME findet am Sonntag, 11., Sonntag, 18. und Sonntag, 25. Februar in AMUZ statt. Tickets und Info: https://amuz.be/tavernerinprimetime/
AMUZ verlost für jedes Konzert von TAVE(R)NERinPRIMETIME ein Duoticket. Wenn du die Chance haben möchtest, schicke eine E-Mail an tickets@amuz.be mit deinem Lieblingskonzert von TAVE(R)NERinPRIMETIME und der Antwort auf die Frage: „Welches Ensemble schließt die Konzertsaison 23|24 in AMUZ ab?"