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Finale KEW Cello 2022 – zweiter Abend

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Finale KEW Cello 2022 – zweiter Abend

Erster Kandidat: Stéphanie Huang - Belgien, °1996

[caption id="attachment_31975" align="alignleft" width="350"] © Amandine Lauriol / Académie Jaroussky[/caption]

Wie inzwischen allgemein bekannt ist, ist Stéphanie Huang die Schwester der Violinistin Sylvia Huang, die vor drei Jahren ebenfalls Preisträgerin des KEW war.

'5 Albumblätter' von Jörg Widmann ist das Pflichtwerk. Wir können uns inzwischen schon etwas damit vertraut machen und problemlos folgen. Es ist ein kürzeres Werk mit einigen Tücken, sowohl technisch als auch lyrisch. Die Cellistin muss von sehr zeitgenössisch zu sehr romantischen Phrasen wechseln und das ist ein Zusammenspiel mit dem Orchester und in Solophrasen. Stéphanie Huang interpretiert es mit einem ganz eigenen Ansatz, eher zarter, wie es zu dieser etwas zarten jungen Dame passt.

Von Antonín Dvořák bekamen die Jury und das Publikum das Konzert Nr. 2 in b op. 104 B 191 zu hören. Wie am ersten Abend und an den kommenden Finaltagen begleitet das Brussels Philharmonic unter der Leitung von Stéphane Denève die Musiker, so auch Stéphanie Huang. Dieses dankbare spätromantische Werk gefällt dem Ohr leicht und wenn es von einer Landsmannin gespielt wird, ist jeder in seinem Urteil etwas subjektiver. Subjektiv oder nicht, Stéphanie ist eine talentierte Solistin, der eine schöne Zukunft bevorsteht. So viel ist sicher.

Zweiter Kandidat: Marcel Johannes Kits - Estland, °1995


[caption id="attachment_31977" align="alignleft" width="350"] © Kaupo Kikkas[/caption]

Mit dem Pflichtwerk von Jörg Widmanns 5 Albumblätter gibt dieser Preisträger sofort Einblick in seine breite technische Palette. Er spielt sehr rein und überzeugend. Die verschiedenen Elemente, die das Werk enthält, kommen alle mit der erforderlichen Berechnung zu ihrem Recht.

Um von Berechnung im Spiel zu sprechen, Dmitry Shostakovich sein Konzert Nr. 1 in Es op. 107 setzt der Cellist mit viel Intelligenz um. Es ist vor allem die Intelligenz, die in der Aufführung überwiegt und die Oberhand über die Lyrik hat. Das macht die Aufführung etwas kühl. Der Applaus des Publikums verrät, dass es auf der gleichen Linie liegt. Ob das bei der Jury auch so ist, werden wir am Ende dieser Woche sehen.

Das KEW kann direkt per Livestream verfolgt werden. Klicken Sie auf und sitzen Sie in der ersten Reihe mit.

Dienstag 31/05 [20:00]

Stéphanie Huang [ Antonín Dvořák, Concerto n. 2 en si mineur op. 104 | Concerto n. 2 in b op. 104 ]

Marcel Johannes Kits [ Dmitry Shostakovich, Concerto n. 1 en mi bémol majeur op. 107 | Concerto n. 1 in Es op. 107 ]

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