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François Couperin - Concerts Royaux

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François Couperin - Concerts Royaux
© Harmonia Mundi HMM 902725

François Couperin - Concerts Royaux
Pierre Gallon & Matthieu Boutineau (Cembalo), Thibaut Roussel (Theorbe & Barockgitarre)
Harmonia Mundi HMM 902725 • 62' •
Aufnahme: Juli 2023, Église Saint-Martin de La Croupte, Livarot-Pays-d'Auge (F)


Concerts Royaux, Version für zwei Cembali, lässt auf den ersten Blick vermuten (oder zumindest ahnen), dass es sich um eine Version des Komponisten selbst handelt, doch das ist nur teilweise der Fall. Wer nämlich das Manuskript konsultiert, stößt zwar auf einen hinzugefügten zweiten Oberstimmensatz, doch dieser wurde vom Komponisten nur gelegentlich eingetragen: Die Mehrzahl ist nämlich nur für einen Cembalisten ausgeschrieben. Warum François Couperin es dabei belassen hat, ist und bleibt leider unbekannt. Möglicherweise war es ein Experiment. Ein „geistreicher Einfall" wird es sicherlich nicht gewesen sein, denn dieser zusätzliche Satz ist, wo er hinzugefügt wurde, durchaus sorgfältig notiert. Was die Sache nur noch rätselhafter macht.
Da das Manuskript in seiner Gesamtheit erhalten geblieben ist, kann – logisch betrachtet – von einem „verlorenen" Satz für einen zweiten Cembalisten keine Rede sein. Nicht dass dies damit schon wasserdicht wäre, denn theoretisch könnte ein zweiter, vollständig ausgeschriebener Satz existiert haben, der später aus unerforschlichen Gründen aus dem Blickfeld verschwunden ist; ob mit oder ohne Zutun des Komponisten selbst. Kurz gesagt, wir sitzen einem Rätsel auf. Oder Couperin hielt es für unnötig, mehr (vollständig) auszuschreiben, aus welchen Gründen auch immer.

Was glücklicherweise kein Rätsel ist: Das Spiel dieser beiden Cembalisten, die einen wahren Klangenteppich ausgebreitet und für funkelnde Dialoge gesorgt haben (was auch einiges über die Art aussagt, wie sie die fehlenden Sätze selbst ergänzt haben). Diese überwiegend höfischen Tänze in ihrer ursprünglichen Form müssen bei dem künstlerisch sehr anspruchsvollen Sonnenkönig sicherlich großen Anklang gefunden haben. Was in diesem Fall sicherlich auch mitspielt, ist die Rolle des Kontinuo (hier abwechselnd Theorbe und Barockgitarre – allerdings nicht in allen Sätzen: siehe das Inhaltsverzeichnis), das den vielfarbigen Charakter dieser faszinierenden Instrumentalstücke wunderbar unterstützt.

Diese Concerts Royaux, und königlich sind sie wahrlich, stammen aus der Zeit um 1710 und sind Teil des 1722 in Paris veröffentlichten Troisième Livre de Pièces de Clavecin. Aus diesem Grund kann man sich auf nur ein Cembalo beschränken. So kennen wir diese Stücke üblicherweise auch. Dies bedeutet jedoch nicht, dass gegen diese Version für zwei Cembali und Kontinuo etwas Stichhaltendes einzuwenden wäre. Denn wir wissen, dass es damals völlig normal war, spontan Bearbeitungen anzufertigen. Darüber hinaus: Das Spiel dieses Duos ist über jeden Kritik erhaben: durch und durch musikalisch, fantasievoll, geschmackvoll, technisch vollkommen und mit Verzierungen, die zum Verweilen einladen. Die Echoeffekte, das typische „Geben und Nehmen", das Jonglieren mit Melodie und Harmonie: Alles kommt vortrefflich zur Geltung.

Tags cd
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