In der Spielzeit 2019-2020 dreht sich das Programm der Muntschouwburg nicht um ein Thema, sondern ist nach einer "Architektur" aufgebaut, so nennt Intendant Peter de Caluwe die Zusammensetzung des Programms. Wesentlich darin ist einerseits die Kreation, andererseits die Nebeneinanderstellung verwandter Opern in einer übergreifenden Dramaturgie.
Die Spielzeit beginnt daher mit zwei Uraufführungen. Die erste ist ein Auftrag an den französischen Komponisten Pascal Dusapin, der dritte Auftrag, den das Munt an ihn vergibt: Macbeth Underworld, in dem niemand Geringeres als Magdalena Kožená Lady Macbeth für ihre Rechnung übernimmt, neben dem Macbeth von Georg Nigl. Die zweite Kreation ist die erste Oper von Benjamin Attahir, die laut de Caluwe als "das Aushängeschild der neuen Generation französischer Komponisten" gilt. Titel: Le Silence des ombres nach Trois petits drames pour marionettes von Maurice Maeterlinck, eine Oper, die ein Universum von Spannung und Geheimnis evoziert. Das Opernprojekt rund um die drei Da Ponte–Opern von Mozart ist der Blickfang für den anderen Eckpfeiler der Programmierung. Drei Werke, in denen Mozart auf die eine oder andere Weise eine moralische Revolution des 18. Jahrhunderts manifestiert. Ein Experiment, bei dem diese drei Opern in wenigen Wochen mit Produktionen desselben Regisseurs (Clarac Deloeuil – Le Lab), demselben Dirigenten (Antonella Manacorda) und wiederkehrenden Interpreten in den verschiedenen Opern konfrontiert werden.
Im restlichen Programm finden wir noch einen selten gespielten Jeanne d'Arc au bûcher von Arthur Honegger, in dem wir den ehemaligen Generalmusikdirektor des Munt, Kazushi Ono, wiedertreffen, neben einer konzertanten Aufführung von Verdis Giovanna d'Arco. Ein Außenseiter ist auch Moniuszko à Paris, eine Hommage des polnischen Komponisten Andrzej Kwieciński an seinen Vorgänger aus dem 19. Jahrhundert. Werke aus dem großen Repertoire sind dann Les Contes d'Hoffmann von Offenbach, unter der Regie von Krzystof Warlikowski, Pikovaya Dama von Tschaikowski, in dem die berühmte Altistin Nathalie Stutzmann ihr Debüt als Dirigentin gibt und mit Anne Sofie von Otter als die alte Gräfin, und Der Rosenkavalier von Richard Strauss unter der Regie des beim Muntpublikum inzwischen vertrauten Damiano Michieletto. Alain Altinoglu übernimmt eine große Anzahl von Opern und hat darüber hinaus eine umfangreiche Konzertsaison mit dem Symphonieorchester des Munt vor sich.
Selbstverständlich gibt es wieder eine schöne Reihe von Liedrezitals, manchmal mit Sängern/Sängerinnen, die auch in den Opern auftreten, und eine schöne Serie von Nachmittagskonzerten mit den sogenannten Concertini. Bei den Tanzproduktionen sind Aufführungen von Anne Teresa De Keersmaeker, Sidi Larbi Cherkaoui und Sasha Waltz zu sehen.
Peter de Caluwe betonte auch die Zusammenarbeit zwischen den drei Theaterhäusern in Brüssel: Muntschouwburg, Théâtre National und KVS. Für alle Informationen und Details klicken Sie hier…
- WAS: Aufführung Munt-Spielzeit 2019-2020
- WO: De Munt, Brüssel
- WANN: Mittwoch 20. März 2019