„Französischer Flair, belgischer Stolz und ein Hauch Hollywood mit dem Blockbuster John Williams", so ungefähr beschrieb Klara-Mitarbeiterin Clara De Decker das Konzert, das De Gidsen, geleitet von Commandant-Kapelmeester Yves Segers, im Aarschoter Kulturzentrum 'Het Gasthuis' (das auf 1288 zurückgeht) gaben.
Es war das 20. Peterschapsconcert der 6. Gruppe Kommunikations- und Informationssysteme (CIS). Major Jef Moonen, Korpskommandant, kündigte stolz an, dass der Ertrag dieses Jahr der Koninklijke Harmonie Oud-Strijders bestimmt war, die seit 80 Jahren die Erinnerung an unsere Geschichte lebendig hält. Der militärischen Tradition treu, rahmten ansteckende nationale Hymnen und Märsche ein Programm, das vor musikalischen Glanzstücken strotzte.
Eine passendere Ouvertüre als die aus der Oper 'Gwendoline' von Emmanuel Chabrier war kaum denkbar. Es war sowohl eine 'révérence' für Bürgermeisterin Gwendolyn Rutten als auch eine Kostprobe des französischen Repertoires, das wartete. Und es war für das Orchester auf den Leib geschrieben. Aus einem etwas chaotischen Anfang zauberte der Komponist eine breite Melodie hervor, die in einem würdevollen Schluss mündet, einer Königlichen Musikkapelle würdig. Ganz anders klang die 'Flanders Overture' von Dirk Brossé: bald mysteriös und unvorhersehbar, dann wieder charaktervoll und widerstandsfähig, mit einem subtilen Hinweis auf unseren Löwen am Schluss. Zurück auf die französische Spur, mit dem Höhepunkt des Abends, dem Soloauftritt.
Posaune
Dirigent Yves Segers macht es sich zur Ehre, Solisten aus der eigenen Region eine Stimme zu geben. Nach Oboist Bram Nolf, Sopranistin Anneke Luyten und Saxophonist Pieter Pellens holte er den Solisten des Abends aus den eigenen Reihen: Tommy Verschoore, erster Solist und Anführer der vier Posaunisten. Schüler von Ben Haemhouts in Bamberg und von Ivo Meylemans in Amsterdam, tauschte er 2006 die Opéra Royal de Wallonie gegen De Gidsen ein. Er ist Blechbläserlehrer an der Akademie von Meise und aktiv im Belgian Brass Ensemble, im Blechbläserquintett Brassery und im Musikkollektiv Cargo Mas von Sam Vloemans.
Tommy Verschoore spielte in zwei unterschiedlichen Kompositionen als Solist. Die 'Cavatine' von Camille Saint-Saëns gab ihm die Gelegenheit, eine Melodik zu zeigen, die wenige kennen. Die überbekannten Melodien von Saint-Saëns wie 'Le Cygne' und 'Mon coeur s'ouvre à ta voix' bekamen eine überraschende Entsprechung im warmen Posaunensang.
Luxemburg
Völlig neu war das 'Concertino for trombone' des anwesenden Georges Sadeler. Clara De Decker nannte das Werk, wie immer gewitzt, „einen Test für Posaune und Lunge". Es ist ein flottes Husarenstück, voller rhythmischer Muster, unerwarteter Effekte und spektakulärer Herausforderungen für das Schlagwerk. Georges Sadeler ist ein 37-jähriger Luxemburger. Seine Werke wurden bereits in Luxemburg, Belgien, Deutschland, Frankreich, Portugal, Italien, Bulgarien, Japan, Kanada und den USA aufgeführt.
Aber der „Höhepunkt seiner Karriere", wie er selbst sagt, kam 2023, als er ausgewählt wurde, ein Musikstück zum Geburtstag von Großherzog Henri zu schreiben. Das war der erste Schritt zum Hof. Denn zwei Jahre später fiel die Wahl auf Georges Sadeler, um ein Werk für die Machtübergabe an Großherzog Guillaume zu schreiben, die am 3. Oktober 2025 stattfand. Es war einer der sieben Kandidaten. Er arbeitete mehr als ein halbes Jahr an der 'Marche du Grand-Duc Guillaume' und ist sehr stolz darauf. „Ich wollte eine ganz neue Melodie schaffen, die im Gedächtnis bleibt, mit einem Augenzwinkern zur luxemburgischen Nationalhymne", sagte er.
Wir glauben gerne, dass Georges Sadeler seine Inspiration großenteils bei Waldwanderungen findet. Er summt sie auf, um sie aufzunehmen und später nutzen zu können. Ein wenig wie Bartok das tat, also... Dankesworte, Blumen, gegenseitige Geschenke, skandierter Applaus, eine genossene Zugabe und ein gemütlicher Empfang bestätigten die Beliebtheit, die dieses geölte Orchester in Aarschot genießt.