Vor neunzig Jahren, am 11. September 1935, wurde der estnische Komponist Arvo Pärt geboren. In seinen Anfangsjahren experimentierte er mit Serialismus, oft als Widerstand gegen das unterdrückende Sowjetregime. Ab den siebziger Jahren fand er jedoch seine eigene Stimme: einen persönlichen Stil, der oft als mystischer oder religiöser Minimalismus beschrieben wird. Er ließ sich von gregorianischen Gesängen, der flämischen Polyphonie des 15. und 16. Jahrhunderts und der byzantinischen Kirchenmusik inspirieren, verbunden mit seiner Bekehrung zum russisch-orthodoxen Glauben.
Sein Tintinnabuli-Stil, in dem Einfachheit, Klarheit und eine Rückkehr zum Wesentlichen im Mittelpunkt stehen, vermag universell zu berühren. Pärts Musik übersteigt Zeit und Ort und klingt wie eine Seelensprache der Stille, Transzendenz und inneren Freude in einer Welt, die oft laut und konfliktuell ist.
Eine wohlverdiente Hommage
Mit diesem Konzert bringt Polyfoon Arvo Pärt Tribut. Das Ensemble lädt einige Sint-Niklase Musiker ein, um gemeinsam eine reichhaltige Palette von Werken dieses außergewöhnlichen Komponisten zu präsentieren. So wird das Publikum durch intime Stücke für Klavier und Cello geführt, aber auch durch beeindruckende Chorklänge, begleitet oder a capella. Auf dem Programm stehen einige von Pärts beliebtesten Kompositionen. Das nüchterne und meditative Für Alina für Klavier solo und das weltweit beliebte Spiegel im Spiegel, hier in der Fassung für Cello und Klavier aufgeführt, bilden die instrumentalen Höhepunkte. Daneben erklingen eine Auswahl seiner geistlichen Chorwerke. Das serene Summa und das tiefgläubige Magnificat werden a capella dargeboten, während das mächtige De Profundis durch Orgelklänge von Katrien Mannaert, Titularin an der O.L.V.-kerk, unterstützt wird.
Die Aufführung wird getragen von Dieter Van Handenhoven am Klavier und Cellist Pieter Stas, die zusammen einen intimen Dialog in den Kammerwerken schaffen. Das Flanders Boys Choir, das Knabenchor unter der Leitung von Dirigent Lieven Deroo, verleiht dem Konzert besondere Wärme durch das Singen von unter anderem Vater Unser und Kuss Kuss Kallike.