Zum Inhalt springen
Automatisch übersetzt · Original
Rezensionen

KEW Viool 2019 – Finaleweek - Erster Abend

L
· 4 Min. Lesezeit
Diesen Artikel teilen
KEW Viool 2019 – Finaleweek - Erster Abend

Klassiek Centraal unternimmt erneut, wie in den Vorjahren, einen Versuch, Ihnen Abend für Abend einen Bericht über den Verlauf des Königin-Elisabeth-Wettbewerbs zu liefern. Mit unseren allgemeinen Eindrücken des vergangenen Abends schreiben wir eine kurze Besprechung pro Kandidat.


Erster Finaltag

Zunächst möchte ich Ihnen meine besonders positive Bekanntschaft mit dem Auftragswerk mitteilen. Dies ist ein Werk für das allgemeine Repertoire. Ohne jeden Zweifel. Der finnische Komponist Kimmo Hakola schrieb im Auftrag des KEW Violine 'Fidl' Op. 99. Es ist viel mehr als ein Pflichtwerk, das nach dem Wettbewerb in den Archiven landet. Dies ist eine inspirierte Komposition mit vielen Extras, aber auch mit großer feinfühliger Finesse, die ergänzt wird durch alles, woran ein gründlich ausgebildeter junger Solist bezüglich der Beherrschung des Instruments genügen muss. Wer nicht virtuos genug ist, wird durchfallen, aber auch wer zu technisch ist und weniger emotional, holt nicht aus dem Werk heraus, was darin steckt. Das ist für ein Jurymitglied durchaus ideal, um zu vergleichen und mit Sachkenntnis, noch mehr als in gründlich bekannten Violinkonzerten, den Kandidaten so objektiv wie möglich zu bewerten. Der Komponist verdient Applaus mit seiner Komposition für die Zukunft, die man „Neue Musik" nennen darf mit all den Effekten, die das Werk hat, und die dennoch mit Gefühl zu hören sind.

Kandidat 1: Luke Hsu (USA, geb. 24.07.1990)

Selbstsicherheit, das zeichnet den ältesten der 12 Preisträger aus. Seine technische Fertigkeit ist bemerkenswert weit fortgeschritten und das hört man nicht nur in den Teilen, die absolute Virtuosität fordern, sondern auch in der Reinheit des Klangs, von einigen Mini-Kratzern des Bogens abgesehen. Das Auftragswerk ist in seiner Ausführung rein technisch. Ihm fehlt die Wendung der Musikalität und er spielt geradeaus und vor allem schnell. Zu schnell? Die feinen Details, die Kimmo Hakola im Werk verborgen hat, bleiben verborgen.

Das Violinkonzert in D Op. 35 von Peter Tchaikovsky wird auf ähnliche Weise aufgeführt. Sehr technisch, enorm schnell, wodurch der Dialog mit dem Orchester fehlt und dieses Orchester aus Watte bestehen könnte, um folgen zu können. Die zahllosen Emotionen, die ein Menschenleben durchlebt und die Tchaikovsky die Violine erzählen lässt, gehen dem Violinisten offenbar vorbei. Dieser Preisträger muss von Bravour leben.

Foto: © Kate Lemmon

Kandidat 2: Sylvia Huang (Belgien, geb. 20.04.1994)

Was sofort beim Einsatz des Auftragswerks auffällt, ist, dass unsere Landsmännin nicht so technisch ist, sondern musikalischer. Sie lässt das Werk mehr singen, auch wenn sie auch einige Fehler mehr spielt. Sie hat die Geschichte von Fidl gut verstanden und weiß sie uns auf zarte Weise mit feinen Akzentuierungen zu erzählen. Manchmal zu zart, denn es regnet in diesem Werk doppelte und dreifache Fortes und die holt sie nicht wirklich aus ihrem Instrument.

Ihre Wahl für ein Konzert fiel auf das Konzert in a Op. 53 von Antonín Dvořák. Wiederum fällt auf, dass sie physisch eigentlich nicht stark genug ist, um das Orchester im Schlepptau zu nehmen. Dieses Orchester, das National Orchestra of Belgium, zieht sich etwas zurück, um die Violinistin nicht zu übertönen. Manchmal eine unmögliche Aufgabe für die Bläser, die nicht nur in Dvořáks Konzert, sondern auch im Auftragswerk eine wichtige Rolle spielen. Den Tschechen mit seinem slawisch/deutsch beeinflussten Hintergrund hört man durch das Werk hindurch, und Sylvia Huang besticht weiter mit den Melodien des Komponisten. Sie macht das sehr lieblich, zerbrechlich und in der E-Saite (der „schweren" Saite der Violine) bekommst du einen sehr warmen Klang, der eher einer Bratsche ähnelt. Sehr schön, aber ist all dieses liebliche Streicheln genug, um die Jury zu überzeugen? Ihr fehlt die Kraft und das ist ein schwacher Punkt…

Foto: © Belga


Diesen Artikel teilen

Kommentare

Noch keine Kommentare. Sei der Erste, der kommentiert.

Kommentar hinterlassen

Kommentare werden vor der Veröffentlichung geprüft.

DE