ANTWERPEN – Mittelalterliche Musik klingt selten so frisch und mitreißend wie bei Laus Polyphoniae 2025. Das Festival, das sich weltweit als einziges vollständig der Polyphonie widmet, zog bereits vom ersten Tag an ausverkaufte Säle an. Noch bis einschließlich Sonntag, 31. August, taucht AMUZ (Festival van Vlaanderen Antwerpen) das Publikum in den Reichtum der Musik vom 12. bis zur frühen 15. Jahrhundert ein.
Das Thema Ars antiqua – Ars nova – Ars subtilior. Musik aus der Zeit der Kathedralenbauer (1140-1440) verbindet Musik mit der Architektur ihrer Zeit. So wurde während des Eröffnungswochenendes deutlich, wie kraftvoll alte Musik, fast tausend Jahre nach ihrer Entstehung, die Vorstellungskraft noch immer anregt.
Ein Anfang in Grandezza
Am Freitagabend eröffnete das Festival mit einer atemberaubenden Aufführung des Huelgas Ensemble unter Leitung von Paul Van Nevel in einem ausverkauften Handelsbeurs, direkt über Klara zu erleben. In den folgenden Tagen sorgten u.a. PER-SONAT in der Sint-Andrieskerk und Ensemble Micrologus im AMUZ für denselben Zauber.
Auch junge Talente bekamen reichlich Gelegenheit, sich zu zeigen. Während der International Young Artist's Presentation (IYAP) präsentierten sechs Ensembles neue Perspektiven auf jahrhundertealte Musik. Ihre Konzerte, begleitet von Coaching durch Lore Binon und Peter Van Heyghen, bewiesen, dass die Zukunft der Alten Musik in kreativen Händen liegt. Werner de Smet hat bereits früher über diesen besonderen Tag und die jungen Musikern, die darin im Mittelpunkt standen, geschrieben. Lesen Sie unseren Bericht hier: IYAP @ AMUZ – Zielen in beweging, een reis door klank en eeuwigheid.
Internationale Top-Acts im Anmarsch
In der kommenden Woche stehen Namen wie Jordi Savall mit Hespèrion XXI, Gothic Voices, graindelavoix, Sollazzo Ensemble und viele andere auf dem Programm. Am Donnerstag, 28. August, übernimmt Tenor Achim Schulz – der angestrebte Nachfolger von Paul Van Nevel – die Leitung des Huelgas Ensemble für eine Reise durch die ars nova.
Bart Demuyt, Generalintendant und künstlerischer Leiter von AMUZ, betont: „Die große Besucherzahl ist herzerwärmend und zeigt, dass alte Musik heute mehr denn je etwas Wesentliches zu bieten hat, etwas das direkt zu unserem Herzen spricht und zum Kern unserer menschlichen Existenz führt."
Laus Polyphoniae 2025 bestätigt einmal mehr seine einzigartige Position als internationales Leuchtfeuer für die Aufführung mittelalterlicher und polyphoner Musik.