Brüssel/Antwerpen, 4. Mai 2022 – Am Dienstag, den 10. Mai, vergibt die Flämische Gemeinschaft die Ultimas 2021 während einer Live-Show in deSingel. Die flämischen Kulturpreise werden an 13 Preisträger in ebenso vielen Kategorien verliehen, als Anerkennung für ihre Verdienste im soziokulturellen Sektor. Schauspielerin und Theaterikone Reinhilde Decleir erhält die Ultima für Allgemeine Kulturelle Verdienste als Krönung ihrer Karriere. Die Ultima Musik geht an Sopranistin Lieselot De Wilde
Über die Ultimas
Die Tradition der Verleihung der flämischen Kulturpreise entstand 2003. Seitdem vergibt die flämische Regierung jedes Jahr 12 Preise in ebenso vielen Kategorien an führende Künstler, Kunstschaffende, Organisationen oder Ensembles. Die Preisträger werden von einer Fachjury ausgewählt.
Bei der Ausgabe Ultimas 2021 wird hier erstmals ein Publikumspreis hinzugefügt, für Künstler oder Organisationen, die im vergangenen Jahr zur Verbreiterung der Kultur beigetragen haben, aber nicht unmittelbar in die bestehenden Ultimas-Kategorien passen. Der Gewinner des Publikumspreises wird erst während der Preisverleihungsshow bekannt gegeben.
Alle Preisträger erhalten am 10. Mai eine physische Auszeichnung. Diese wurde für den Anlass von Bildender Kunstschaffender Daan Gielis (°1988) neu gestaltet. Darüber hinaus erhält jeder Preisträger ein Preisgeld von 10.000 Euro. Ausnahme ist der Gewinner der Ultima für Allgemeine Kulturelle Verdienste, der eine Summe von 20.000 Euro als Würdigung einer gesamten Karriere erhält.
[caption id="attachment_31210" align="aligncenter" width="1024"]
© Michiel Devijver[/caption]
Ultima Musik: Lieselot De Wilde
Die Jury nominiert Lieselot De Wilde als Preisträgerin für die Ultima Musik 2021.
Sopranistin Lieselot De Wilde erhielt ihr Diplom bei Dina Gossberger und Katelijne Van Laethem am Lemmensinstituut mit ausgezeichnetem Erfolg. Lieselot ist eine sehr vielseitige Sängerin, die verschiedene Musikstücke aufführt: von mittelalterlichen bis zu zeitgenössischen Kompositionen. Sie liebt kreative und abenteuerliche Projekte, in denen sie auch ihre anderen Leidenschaften ausleben kann, wie Theater, Poesie und Improvisation.
Zusammen mit Jazzgitarrist Peter Verhelst bildet sie den Kern des Ensembles Bel Ayre, das 2011 zum Selected Promising Ensemble auf dem Festival Laus Polyphoniae (Antwerpen) ausgezeichnet wurde. Mit Pianistin Gabi Sultana bildet sie ein Duo für Improvisation und Kreation zeitgenössischer Musik.
Lieselot arbeitet mit LOD muziektheater in den Produktionen Muur, Meneer Afzal, Huis der verboden muziekjes und L'Inconnue de la Seine, und hatte dadurch die Gelegenheit, mit Spectra, Asko/Schönberg, Lucelin, Dick van der Harst, Dominique Pauwels, Thomas Smetryns, Pieter De Buysser, Inne Goris, Frederik Neyrinck und vielen anderen zusammenzuarbeiten.
Darüber hinaus ist sie eine vielbeschäftigte Sängerin für die Kreation zeitgenössischer Musik von Komponisten wie Frank Nuyts, Dick van der Harst und vielen anderen. Sie war eine der drei Solistinnen in der Oper The Wasp Factory des isländischen Komponisten Ben Frost und tourte damit zu Orten wie Bregenzer Festspiele, Royal Opera House Covent Garden und Muziekgebouw aan 't IJ.
Mit Alten-Musik-Ensembles Psallentes, Chœur de Chambre de Namur und Encantar nahm sie verschiedene Alben auf. Sie ist auch Gastsolistin bei Ensembles wie Zefiro Torna, Vox Luminis, Canto LX oder dem Norwegischen Solistenkoor. Sie pflegt eine enge Zusammenarbeit mit Korneel Bernolet und seinem Ensemble Apotheosis und nahm damit ein Album über Kantaten von Nicolas Bernier auf Französisch beim Label Etcetera auf. Auch von Bel Ayre erschien eine Platte über die neapolitanischen 'Canzoni Popolari' (Volkslieder).
2014 wurde sie für die prestigeträchtige Luzern Festival Academy ausgewählt, wo sie als erste Sopransolistin in Luciano Berio's Coro unter Dirigent Sir Simon Rattle sang. Lieselot war auch Preisträgerin des Wettbewerbs Dexia Axion Classics mit einem ersten Preis.
Auch als die Coronapandemie 2020 in voller Heftigkeit zuschlug, gelang es Lieselot, uns mit ihrem multimedialen Projekt Around The World in 72 Songs auf eine Weltreise mitzunehmen. Mit diesem Projekt betonte Lieselot die Kraft von Musik als universelle Sprache und wollte auch weibliche Singer-Songwriter fördern. Sie setzte ihre Erfolgsgeschichte 2021 mit einem anderen Highlight fort: Cupid and Death, eine Produktion des international preisgekrönten Ensemble Correspondances.
In naher Zukunft kreiert sie die Rolle des Dichters Arthur Rimbaud in Dominique Pauwels' erster Oper L'Autre Hiver (LOD muziektheater) für das Festival OPERA XXI. Außerdem arbeitet sie derzeit am Figurines-Projekt, das eine Reihe von Kunstwerken und Performances sein wird, in denen sie über Künstlertum und die menschliche Kondition aus ihrer persönlichen und weiblichen Perspektive spricht. Das Projekt feiert nächstes Jahr Uraufführung im Concertgebouw Brugge im Rahmen ihrer Künstlerpfade, an denen De Wilde in den kommenden zwei Spielzeiten teilnimmt.
Die Jury hofft, dass die Ultima für diese talentierte Sopranistin ein Ansporn sein möge, ihren reichen künstlerischen Werdegang in all seiner Vielseitigkeit weiterzugehen.
"Die Karriere der flämischen Vokalkunstlerin, Performerin und Künstlerin Lieselot De Wilde sprüht vor grenzenlosen Vielseitigkeit und Kreativität. Sie tritt mit Alter Musik, zeitgenössischer Musik, Liedern, Musiktheatercreationen und ihren eigenen kreativen Projekten auf."
[embed]https://www.youtube.com/watch?v=-4tYugEi8yQ[/embed]