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An Dreikönigen: Prima la Musica!

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An Dreikönigen: Prima la Musica!

Eine gewöhnliche neugotische, aber vollgestopfte Kirche, normale Menschen, jung und alt, gut gemischt und das für das Kammerorchester Prima la Musica von Dirk Vermeulen mit Sopranistin Ilse Eerens und auf dem Programm eine Sinfonie des Hauskomponisten Haydn, eine Jugendsinfonie von Mozart und drei Arien aus dem Mozartrepertoire. Ein Programm zum Geniessen. All das perfekt zweisprachig organisiert durch den Kulturdienst der Gemeinde Jette.

Ein Programm zum Geniessen und das an einem winterlichen Sonntagsnachmittag. Am Vorabend war hier noch die Sonntagsmesse "im Brüsseler Dialekt" zu hören. Ein Volksereignis, das regelmässig in die Fernsehnachrichten kommt. Ein und alles Beweis dafür, dass es für klassische Musik ein viel grösseres und breiteres Publikum gibt als die sogenannte Gesellschaft, d.h. grosse Konzertveranstalter, Politik und Medien, oft realisieren. Musikliebhaber muss man nicht immer an den Eingängen von BOZAR, De Munt, deSingel, dem Concertgebouw zählen… Hier übrigens kein "Sponsorpublikum", das nach jeder Bewegung unangemessen zu applaudieren droht und Tickets, die teuer bezahlt sind. Hier sind alle Plätze für 10 € zu kaufen (und 50% Rabatt für 65+!).

Dirigent Dirk Vermeulen: „Das war für uns immer wichtig: für Menschen zu spielen, die nicht immer den Weg zu den grossen Musiktempeln finden, diese hohen Hürden nicht überschreiten, nicht zu solchen Veranstaltungen gehen, aber sehr wohl hierher kommen und ich finde es fantastisch, für so ein Publikum spielen zu können und wir tun das gerne. Hier herrscht etwas, das man anderswo schwer findet: Gemütlichkeit, Herzlichkeit, Konvivialität". Hier hört ein diszipliniertes Publikum (500!) zwei Kompositionen an, die nicht weit auseinander liegen: ein spätes Haydn und ein frühes Mozart. Von Haydn hören wir die Sinfonie Nr. 85, „La Reine", ein Werk aus einer Zeit, als er bereits weit in seiner Meisterschaft stand, ein Werk auf dem Höhepunkt seiner Könnerschaft. Es gibt keinen klassischeren Komponisten als Haydn.....

Wiederum vollzog sich das musikalische Wunder: ein Orchester, das mit großem Einsatz von Können und Enthusiasmus und unter der Leitung eines fähigen Dirigenten ein im Grunde leblose Partitur wörtlich zum Erklingen bringt, verklang, wieder zum Leben erweckt. Sehr zum Vergnügen der Zuhörer folgen nacheinander Adagio, Romanze, Menuetto, Finale und Presto dieser Sinfonie, die der Legende nach – siehe den Beinamen – Königin Marie-Antoinette so gefiel. Das Kammerorchester Prima La Musica in prima Form.

Es bleibt doch immer ein Vergnügen, die Schichtung einer Komposition hören zu können: die Themen, den Rhythmus, die Harmonien, die Instrumente. Darüber hinaus folgt dann noch Mozart, Sinfonie Nr. 15 (KV 124). Schön, um zu vergleichen und phänomenal, um zu hören, was ein Mozart damals auch schon konnte, er war 16! Man kann sagen, dass Mozart hier noch Haydn ist: klassisch, aber doch schon mit viel mehr Verspieltheit. Hören Sie sich diesen finalen Presto an! Sie hören darin bereits den Glanz eines Wunderkindes bei der Arbeit. Und noch viel mehr ist das in den drei Arien zu hören, die Sopranistin Ilse Eerens bringt. Wir wissen es, sie ist zu einem Star auf internationalen Bühnen geworden, Weltklasse, sie ist überall… Auch jetzt auf dieser ganz normalen Bühne dieser einfachen Kirche. Ilse Eerens: „Nun ja, hier am Dreikönigstag in einer ausverkauften Pfarrkirche, die noch immer weihnachtlich und märchenhaft geschmückt ist… Sie sagen, dass Klassik nicht lebt, aber es ist selig, für dieses fantastische Publikum zu singen."

Mit dem Glanz und der Kreativität von Mozarts Musik klingen ihre Interpretationen noch funkelnder. Die Geschmeidigkeit und die Kraft ihrer Stimme passen vollkommen zur Geschmeidigkeit und Kraft von Mozarts melodischen Linien. Ilse Eerens: „Meine Vorliebe? Von diesen dreien? Das ist schwierig. Sie haben alle drei Aspekte, die ich superleicht finde. Diese erste Arie aus 'Lucia Silla', da steckt mehr Power drin und das finde ich super toll zu machen, in der zweiten, „Voi avete un cor fedele", da steckt mehr Abwechslung drin und auch etwas Freches, diese Frau, die fragt 'wirst du mir treu sein, wenn wir verheiratet sind, wird sich das nicht ändern?' finde ich auch sehr toll. Aber diese Susanna-Arie aus 'Le Nozze di Figaro' ist einfach herrlich, Susanna ist eine herrliche Rolle zum Singen, die ganze Partie ist herrlich, also ja, ich wähle Susanna!", sagt sie lachend und sie sang sie wirklich herrlich.


  • WAS: Joseph Haydn, Sinfonie Nr. 85, „La Reine"; Wolfgang Amadeus Mozart, Sinfonie Nr. 15 (KV 124), Arie der Celia „Strider sento la procella" aus Lucia Silla (KV 135); Arie „Voi avete un cor fedele" (KV 217), Susanna-Arie aus „Le Noze di Figaro" KV 492.
  • WER: Kammerorchester „Prima la Musica", Chefdirigent Dirk Vermeulen, mit Sopranistin Ilse Eerens
  • ORGANISATION: „Klassiek in de abdij", Kulturdienst Gemeinde Jette.
  • WO: Sint Pieters Kerk Jette
  • WANN: 6. Januar 2019
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