Das Peter-Benoit-Projekt rund seine religiöse Quadrilogie, organisiert von der Provinz Antwerpen, dem Peter Benoit Fonds und dem Antwerp Symphony Orchestra, wird mit der (allerersten vollständigen!) CD-Ausgabe der live-Aufführungen abgeschlossen, die diesem Projekt vorausgegangen sind. Die religiöse Quadrilogie besteht aus Weihnachten/Noël, Messe Solennelle, Te Deum und Requiem, alle aufgenommen in der O.L.V. Kathedraal und der Sint-Carolus Borromeuskerk in Antwerpen.
Hoffentlich endet es nicht dabei, und der Erste Beigeordnete der Provinz Antwerpen Luk Lemmens versichert uns, dass es nach ihm mehr rund um Peter Benoit und flämische Komponisten allgemein geben wird. Vor 150 Jahren, als Peter Benoit gerade Direktor der Antwerpsche Muziekschool war und ein sowohl national als auch international gefeierten Komponist, war es undenkbar, dass er jemals in die Falten der Zeit zu verschwinden drohte. Mit 23 Jahren gewann er den prestigeträchtigen Rom-Preis und erlebte danach noch allerlei Durchbrüche, unter anderem mit dieser religiösen Quadrilogie. Doch anno 2018 ist es schwierig, die eigenen Komponisten von einst im aufgeführten Musikrepertoire unserer Konzertsäle einen Platz zu geben. Deshalb ist Luk Lemmens umso stolzer, heute gemeinsam mit dem Antwerp Symphony Orchestra eine großartige CD vorstellen zu dürfen. Sie verstehen, dass Qualität nicht immer anderswo gesucht werden muss.
Joost Magerman, der Intendant des Antwerp Symphony Orchestra, kündigte an, dass 'De Oorlog', das größte jemals komponierte Musikwerk von Peter Benoit, 2020 aufgeführt werden wird. Es ist viel Forschung und Vorbereitung vorausgegangen/im Gange, aber besser so, damit es dann gleich gut aufgeführt wird und einen unverlöschlichen Eindruck hinterlässt. Auch können wir uns 2019 auf die 3. Sinfonie von Joseph Ryelandt freuen, noch einer unserer größten Komponisten, besonders was symphonisches und religiöses Werk betrifft.
Das Verdienst von Peter Benoit
Patrick Verhoeven, derzeitiger Vorsitzender des Peter Benoitfonds, erzählte uns, dass all dies natürlich eng mit ihrem Ziel zusammenhängt: die Förderung von Musik aus eigener Region. Ihr Kulturauftrag erstreckt sich gleichermaßen auf sehr greifbares Kulturerbe wie die kürzliche Restaurierung des Peter-Benoit-Denkmals im Antwerpener Harmoniepark. Bald folgt die Restaurierung des Klaviers von Peter Benoit. Im Sinne dieses flämischen Meisters, der anderes Talent förderte, vergibt die Organisation seit kurzem den Peter-Benoit-Preis. Dieses Jahr erhielt Frits Celis den Preis als Würdigung seines Werkes und nächstes Jahr wird dieser Preis einem Ausführenden aus unserer Region verliehen. Am 6. Dezember findet in deSingel ein Ehrkonzert zu Ehren von Frits Celis statt.
Dass wir nun einen flämischen Musikunterricht haben, verdanken wir in großem Maße Peter Benoit, der als talentierter Komponist und Musikpädagoge mit beiden Füßen im Musikleben seiner Zeit stand, mit Blick auf alle Strömungen in Europa. Er stellte fest, dass es Potenzial für eine nationale Schule in Flandern gab, wie sie auf musikalischer Ebene Mitte des neunzehnten Jahrhunderts auch in anderen europäischen Ländern entstanden waren.
Auch wir als Klassiek Centraal freuen uns, hier anwesend gewesen zu sein, da wir auch gerne zusätzliche Aufmerksamkeit auf Musik aus eigener Region legen. Es war eine so fesselnde Pressekonferenz, dass es schwierig war zu wählen, was hier zu schreiben ist. Wir können uns auf noch viele fesselnde Projekte in unserer Musiklandschaft freuen.
Wir danken der Provinz Antwerpen mit ihrem Ersten Beigeordneten Luk Lemmens und ihrem Presseverantwortlichen für u.a. den warmen Empfang, Intendant des ASO Joost Magerman, Musikwissenschaftler Jan De Wilde, Vorsitzender des Peter-Benoit-Fonds Patrick Verhoeven, dem Studienzentrum für Flämische Musik und natürlich Peter Benoit selbst.
- WAS: Pressekonferenz Peter Benoit - CD-Ausgabe Religiöse Quadrilogie
- WER: Peter Benoit, Luk Lemmens, Joost Magerman, Patrick Verhoeven, Jan De Wilde
- WO: Onze-Lieve-Vrouwekathedraal Antwerpen
- WANN: Freitag 06/07/2018