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Uraufführung der Musiktheaterproduktion 'Faust'

V
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Uraufführung der Musiktheaterproduktion 'Faust'
© Diego Franssens

Es gibt nichts Neues unter der Sonne! Drei Gesellschaften aus verschiedenen Bühnendisziplinen: Theater, bildende Kunst und Musik befassen sich mit der Faustlegende, dem wichtigsten Werk des deutschen Schriftstellers Johann Wolfgang von Goethe. Die christliche Tradition von Gut und Böse wird darin gewogen und abgewogen. Faust lässt sich zu einem Pakt mit dem Teufel verführen. Dieses Motiv bleibt zentral präsent, aber Joris Van den Brande schafft eine eigene Bearbeitung in einer Welt, die ständig wächst und schwerer zu verstehen ist und mit Ideen wuchert. Es ist der sich ständig wiederholende Schrecken und die Schönheit, die wir als Menschen nicht verstehen, aber dennoch Teil davon sind. Das Leben in einer Nussschale: das Alltägliche, Ausgelassenheit, Sinnlichkeit und Spiritualität. Die Rolle des Manipulators erfüllt Joris Van den Brande teuflisch.

Mathias Coppens komponierte dazu eine raffinierte Soundscape, zart und laut. Musik für Violine, Harfe, Kontrabass, Querflöte, Akkordeon und Posaune. Die neu komponierte Musik zeigt die innere Welt der Charaktere und stützt die Aufführung. Neblige Klangflächen wechseln sich mit wellenförmigen Rhythmen ab.

Ideenarmut ist hier sicherlich nicht der Fall. DE MAAN (bildende Kunst) sorgte für Masken und Puppen. Die Aufführung wird in einem abwechselnden Stil aus virtuosem Figurenspiel und farbenfrohem, intensivem Erzählen gespielt. Man gelingt es ziemlich gut, diesen Reichtum zu kanalisieren.

Die Aufführung beginnt mit offener Bühne. In diffuser Beleuchtung sieht man die Musiker, die Schauspieler stehen lässig da und plaudern miteinander. Das Bühnenbild erinnert an die Bilder eines Jazzkellers.

Die Schauspieler, besonders Ariane van Vliet und Greet Jacobs, die die meisten Puppen manipuliert, machen Eindruck. Mit ungezügelter Fantasie und hier und da etwas absurdem Humor werden die Charaktere verdoppelt. Eine große Maske und manipulierte Hände schaffen einen Charakter, als würde die Figur aus sich selbst heraustreten. Eine Schattenpuppe mit larvenähnlichen Fingern. Bewunderungswürdig, die minimalen Mittel, mit denen ein ganzes neues Universum geschaffen wird. Die Puppen und Masken aus der Hand von Paul Contryn zeigen erneut sein Handwerk. Koen De Graeve charakterisiert auf liebliche Weise den schüchternen, tollpatschigen, verliebten Mann mit einem riesigen Kopf.

'Faust' eine auditive und bildende Aufführung. Keine, die verblüfft, aber wo mit Fantasie, Einfühlungsvermögen und Auge für Detail gearbeitet wurde. Das spricht besonders aus einem der Schlussbilder heraus. Die große Frauenmaske wurde auf den Kopf einer kleinen Puppe reduziert, die Hände von Ariane van Vliet bewegen sich wie die großen straffierten Hände des Puppenspielers Paul Contryn. Nur noch ein Häufchen Mensch bleibt übrig.

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