Zum Inhalt springen
Automatisch übersetzt · Original
Rezensionen

Schmitt: La Tragédie de Salomé op. 50 - Chant élégiaque op. 24*

A
· 3 Min. Lesezeit
Diesen Artikel teilen
Schmitt: La Tragédie de Salomé op. 50 - Chant élégiaque op. 24*

Schmitts Ballettmusik La tragédie de Salomé stammt aus dem Jahr 1907 und basiert auf Salome, wie sie in Flavius Josephus' umfassender Abhandlung über die frühe jüdische Geschichte (ca. 94 n. Chr.) auf die Bühne gebracht wird. Dieses Thema finden wir auch in zwei Evangelien: dem des Matthäus (14) und des Markus (6).

Der Herrscher Herodes Antipas, Vasallenkönig von Galiläa und Peräa, bittet seine Stieftochter Salome, während eines von ihm gegebenen Festes für ihn zu tanzen, wofür er alle ihre Wünsche erfüllen wird. Salome tanzt (der berühmte Tanz der sieben Schleier) und fordert von ihrem Stiefvater, angestiftet durch ihre Mutter Herodias, den Kopf von Johannes dem Täufer. Auf der Bühne entwickelt sich das Ganze schließlich zu einer äußerst blutigen Angelegenheit, die nicht nur manchen Komponisten, sondern auch manchen Regisseur unzählige Male inspiriert hat. Das Szenario lügt nicht: (Wohl)lust, Eifersucht und Verrat spielen die Hauptrolle, in einer stickigen, oft sogar brodelnden Wirrnis.

Der Vollständigkeit halber: Schmitts Salomé basiert literarisch gesehen nicht auf Flauberts gleichnamiger Novelle (1877) oder auf dem gleichnamigen Theaterstück von Wilde (1891), sondern auf dem Drama The Tragedy of Salome von Robert d'Humières, der von 1907 bis 1909 künstlerischer Leiter des Pariser Théâtre des Arts war (bis 1907 das Théâtre des Batignolles). Diaghilev sollte das Gedicht später für seine Ballets Russes verwenden (1913).

Der französische Dirigent Alain Altinoglu (*1975) hat viel Opern-Erfahrung gesammelt, und das hört man auch in dieser Ballettaufführung: als würde er auf diesem Album sozusagen mit dem (natürlich unsichtbaren) Ballett mit-atmen (eine „Oper ohne Worte", wie der Komponist einmal bemerkte), geschmeidig phrasierend, gleichzeitig aber rhythmisch prägnant und wach. Das Ganze wirkt wie eine der besten Aufführungen dieses faszinierenden Werkes, das in seinem Genre seinesgleichen nicht hat. Hinzu kommt, dass die orchestrale Gestaltung wesentlich weniger dekadent ist als in Richard Strauss' gleichnamiger Oper.

Die Frankfurter präsentieren sich mit glühendem und bis ins kleinste Detail ausgearbeiteten Orchesterklang. Die herrlichen Farbpaletten und die wunderbare Aufnahme bilden eine ideale Kombination für diese Ballettmusik, die auf der Bühne nur selten zu hören und zu sehen ist. Ebenso stimmungsvoll ist der Beitrag der Sopranistin Ambur Braid in „Chant d'Aiea".

Das Ganze wird besonders schön abgerundet mit dem knapp sieben Minuten dauernden Chant élégiaque, in dem eine besondere Rolle dem warmen, in Lyrik getauchten Cellsolo zukommt, das Philipp Staemmler äußerst fantasievoll gestaltet. Kurz gesagt, dies ist eine Ausgabe von großem Format.

Tags cd
Diesen Artikel teilen

Kommentare

Noch keine Kommentare. Sei der Erste, der kommentiert.

Kommentar hinterlassen

Kommentare werden vor der Veröffentlichung geprüft.

DE