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Rezensionen

Frauen komponieren auch

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Frauen komponieren auch

Im Genter Café und Konzertsalon De Afkikker kann man nicht „abkicken", aber sich zu intimen Kammermusikkonzerten entspannen. In einer früheren Rezension schrieb ich über Salon De Graaf, dieser Salon ist noch kleiner und intimer.

Mit vierzig Zuhörern ist er voll besetzt. Gastgeberin Rita De Vuyst ist ein Universaltalent, das alle Konzerte organisiert, einleitet, hinter der Bar steht usw. De Afkikker liegt direkt neben der Blandijn, mitten im Studentenviertel. Mit ihrer grenzenlosen Energie und ansteckenden Begeisterung gelingt es ihr bereits seit vierzig Jahren, nicht nur Studenten, sondern auch ein breiteres Publikum anzuziehen. In den Anfangsjahren gab es Funk, Fusion und Jazz. In den letzten zwanzig Jahren steht immer mehr Klassisches auf dem Programm.

Anlässlich des internationalen Frauentags am 8. März spielen Violinist Axel Bral und Pianistin Katrijn Friant ein Programm ausschließlich weiblicher Komponisten wie Pauline Viardot-García, mit dem das Programm eröffnet wurde. Sie war eine Freundin von Chopin. Das hört man in ihrer Musik, ebenso wie ihr spanischer und zigeunerischer Ursprung. Sie schrieb viele Lieder und Werke für Klavier und Violine. Mit dreiundachtzig Jahren schrieb sie noch eine Oper. Die lyrischen, sentimentalen Stücke, die wir hören, sind ihrem Sohn und Violinist Paul gewidmet.

Lera Auerbach

Wer von euch kennt Lera Auerbach? Ich bis heute nicht, aber für mich ist sie die Offenbarung dieses Programms. Diese fünfzigjährige russische Pianistin und Komponistin zog mit siebzehn nach New York, um an der Julliard School zu studieren. Ein Multitalent, sie schreibt auch Poesie, zeichnet und malt. Inzwischen tourt sie rund um die Welt und ist, außer in New York, besonders in London und Wien aktiv.

Sie begann mit vier Jahren Klavier zu spielen, mit zwölf komponierte sie bereits ihre erste Oper. Später komponierte sie eine weitere Oper: Die Blinden auf einem Text von Maeterlinck, bei der nicht nur die Sänger, sondern auch das Publikum verbunden ist. Sie schrieb ein Requiem auf russische Texte von Mandelstam, Blok, Brodsky und Achmatova. Manchmal einfach, meditativ, manchmal wild, wüst, immer ergreifend, Musik, die dich beim Genick packt. Lera Auerbach: ein Name, den man sich merken und bewahren sollte.

Solide und brillant

Nach der Pause, in der Rita alle mit ihren fünf Armen bedient, machen Axel und Katrijn weiter mit einer Sonate der dritten Komponistin des heutigen Abends, der Französin Melanie Bonis (1858-1937). Impressionismus mit einem Hauch von Exotik, verspielt und oft melancholisch.

Wie freue ich mich, dich wiederzusehen und wiederzuhören, sagte ich hinterher zu Pianistin Katrijn Friant. Es war vor dreißig Jahren, als sie oft im damaligen legendären Konzertsalon De Rode Pomp auftrat. Friant spielt brillant, wie vor dreißig Jahren. Violinist Axel Bral, der auch als Bauingenieur promoviert, spielt sehr solide. Es könnte vielleicht etwas ausdrucksvoller sein, manchmal könnte er mehr aus seinem Instrument herausholen, denke ich. Vielleicht spielt er wie ein Ingenieur.

Möchtest du auch einmal ein Konzert in diesem intimen Salon besuchen? Am 14. April singt der polnische Bariton Artur Rožek mit Pianist Martijn Van Sas Lieder von Ravel, Poulenc und Brahms. Rožek ist ein blinder Sänger, der bereits mehrfach zu Gast in der Afkikker war.


  • WAS: Weibliche Komponisten: Pauline Viardot-García, Lera Auerbach, Melanie Bonis
  • WER: Violinist Axel Bral und Pianistin Katrijn Friant
  • WO & WANN: 10. März 2024, De Afkikker, Gent
  • FOTO: © WE/KC
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