Instrumentales Feuerwerk
Vilém Veverka ist für die Amazing Haydn-Getreuen keine Unbekannte. Zum dritten Mal und für ein viertes Konzert war er bereits in Mecheln. Einmal davon war das an der Seite von Kateřina Englichová. Und, wie ihr Name vermuten lässt, ist sie schön wie ein Engel. Und sie spielt wie ein Engel.
Ursprünglich Pianistin spielte sie als Solistin und Kammermusikerin ein beeindruckendes Palmares zusammen, sei es mit ursprünglicher, bearbeiteter oder zeitgenössischer Harfenmusik, ob speziell für sie geschrieben oder nicht. So überraschte sie am Sonntag eine volle Hanswijkbasiliek mit einem Werk von Pearl Chertok (1918-1981) und mit "Drei Jazz Stücke für Oboe & Harfe" von Josef Vejvoda (°1945). Seit 2008 bildet sie ein funkelndes, untrennbares Duo mit Vilém Veverka.
Dieser vielseitige „Tausendsassa" fesselt von der ersten bis zur letzten Note, die er seiner Oboe entlockt. Er steht, schreitet, schleicht, beugt sich in die Knie, wiegt sich im Takt der Musik, schlägt kurz den Takt, lacht, gibt Erläuterungen, bezaubert. Kein Instrument kann eine Melodie so eindringlich vermitteln wie die Oboe von Veverka. Kein Wunder, dass er der offizielle Vertreter von Buffet-Crampon France ist, dem Spezialisten für die Herstellung von Holzblasinstrumenten.
Carl Philipp Emanuel Bach, Benda, Smetana, Debussy, Ravel, Mozart, Haydn, sie alle passierten Revue.
Eine spontane stehende Ovation wurde mit zwei Zugaben belohnt, wobei das intensiv packende "Gabriel's hobo", mit dem Ennio Morricone dem Film "The Mission" eine zusätzliche Dimension verlieh.
Noch zwei Amazing Haydn-Konzerte stehen an:
Am Sonntag, den 29. Oktober kommt das Atmos Quartett Wien und am Sonntag, den 5. November konfrontiert das Kurpfälzisches Kammerorchester Mannheim von Johannes Moesus die Hörer mit Mozart und der "Mannheimer Schule".
The flower of England
"Far from the madding crowd" und dem nervenaufreibenden Verkehrschaos, in der ruhigen Jan Bolstraat organisierten Frederika Mareels, Cellistin, und Pianist Alessandro Cervino ein Hauskonzert, um „Sie" zu begrüßen. Lautenist Jacob Heringman und Mezzosopranistin Clare Wikinson beschworen die Atmosphäre herauf, die am Hof von Queen Elisabeth I. herrschte.
Unter dem Motto „The Flower of England" sammelten sie Liebesgedichte von Sir Philip Sidney, der als Hofmann, Diplomat, Soldat, Gelehrter, Übersetzer und Dichter seinen Namen „The Flower of England" alle Ehre machte. Ein Gebiet, auf dem Jacob Heringman und Clare Wilkinson wie Fische im Wasser zu Hause waren. Dreißig Jahre arbeiten sie bereits zusammen, obwohl Jacob jenseits des Atlantiks wohnt und arbeitet und Clare bereits seit zehn Jahren in Belgien lebt, davon vier in Mecheln. Dies und ein belgischer Ehemann erklären ihr makelloses, melodisches „Flämisch".
Darüber hinaus unterlegte sie ihre Erläuterungen mit einer Abbildung jeder der drei Schlüsselfiguren des Rezitals. Das waren neben Sir Philip Sidney seine Geliebte Penelope Rich und seine künstlerische Schwester Mary Sidney, Gräfin von Pembroke.
Diese lehrreiche, feinfühlige britische Eintauchen wurde getragen von der samtweiches Stimme von Clare Wilkinson und der scharfsinnigen Lautenbegleitung und Soli von Jacob Heringman.
Wer kurz träumte, wurde mit vielseitigen grafischen Arbeiten der Meschliner Kristien Hubrechts konfrontiert.
Und während man hofft, eines Tages Leben und Musik um die legendäre erste weibliche professionelle Cellistin Lise Cristiani (Paris 1827 - Tobolsk 1853) kennenzulernen, nach der Frederika und Alessandro ihr Musikzentrum benannten, steht ihr Wohnhaus offen für ein Jazzkonzert am 10. Dezember. Dies alles ist Teil der Caputsteen Wijkconcerten.
Info auf http://muziekcentrumlisecristiani.be