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Weltpremiere - Konzert mit live 24 tableaux vivants von Caravaggio

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Weltpremiere - Konzert mit live 24 tableaux vivants von Caravaggio
© Van Dalen Fotografie

Unvergleichliches Erlebnis

Dass Liebrecht Vanbeckevoort ein ausgezeichneter Pianist ist, steht außer Frage. Doch er verfügt auch über meisterliches kreatives und organisatorisches Talent. So tourte er mit der neapolitanischen Theatergruppe Ludovica Rambelli Teatro durch Flandern. Es wurde sorgfältig nach acht Spielorten gesucht, die in ihrem Prestige Schritt hielten mit der Hauptfigur, niemand Geringeres als Michelangelo Merisi de Caravaggio. Mechelen war am 30. September an der Reihe, genau an dem Datum, an dem dieser Maler-Icon 1571 in Porto Ercole getauft wurde. Caravaggio wurde nur 39 Jahre alt (zufällig genauso wie 200 Jahre später Frédéric Chopin).

Kein besserer Text, keine geeignetere Vortragsweise als die Einleitung von Dirk Van Kerckhoven durch Schauspieler Stefaan Degand: „In der tiefsten Dunkelheit der kalten, gruseligen Nacht bin ich ihm begegnet, seiner Welt, seiner Seele auf Leinwand geschrieben...". Fragmentarische Tiraden skizzierten das gequälte Nomadenleben eines „Raufbolds auf der Flucht vor der Justiz und gefangen in Farbe".

Schwarz und Weiß

Unterdessen war das Spiel von Weiß und Gold des Hochchors verdunkelt worden und nur die Beichtstühle leuchteten in der übervolle Sint-Pieters- en Pauluskerk auf. Ein Clair-obscur, das unwillkürlich an die Spezialität des Malers denken ließ.

Auf der Bühne nichts als das Schwarz-Weiß des Flügels und der Unterwäsche um acht geschmeidige Körper – drei Frauen und fünf Männer –, die zu den wiegenden Klängen von Bach ruhig und beherrscht große schwarze, weiße und rote Schleier umlegten, falteten, drapierten, knüpften.

Und, oops, ehe man sich versah, erblickte man einen liegenden Christus, getragen von in sich gekehrten Figuren mit vor Schmerz verzerrten Gesichtern. Das war das erste von 25 ‚tableaux vivants'. Ebenso oft erstarrte ein gepflegter Schleiertanz zu einem Gemälde, in dem das Leben für einen Moment innehielt.

Noch etwas Blau dazu, etwas Grün, etwas Braun, einige Accessoires – ein Tischchen, ein Stock, große weiße Flügel, eine Blume... Genug, um die „Verkündigung an Maria", das „Martyrium der heiligen Ursula", die ganze Leidensgeschichte verblüffend in Szene zu bringen mit passender Musik von Chopin, Liszt, Schumann, Sibelius. Nicht als Hintergrund! Wenn Liebrecht spielt, ist das ein echtes Rezital. So professionell ist er. Die Schwermut, die vom Werk Caravaggios ausgeht, bekam einen lustigen Schluss mit einem jungen Bacchus, der zu einem Getränk einlud.

Keine Empfangsfeier, dafür eine reichlich verdiente stehende Ovation. Und die Zusage an diejenigen, die für das schön gestaltete Programmheft bezahlt hatten, dass dieses nachgesendet würde, da die Lieferung noch nicht erfolgt war! Der einzige Missklang kam von außen, sprich DHL...

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