Der Organisator der Konzertreihe "Betoverende Pianisten", Eric Schoones, traf den Nagel auf den Kopf, als er ankündigte, was Eliane Reyes und Sergeï Redkin im Tilburger Cenakel bringen würden: Musik, die vielen sehr vertraut in den Ohren klingt, aber die dennoch wunderbar ineinander passt.
Das war sicherlich der Fall für das Eröffnungsstück, die Fantasie in f für Klavier zu vier Händen von Schubert. Sie ist überbekannt. Und doch fesselte sie von den ersten Noten an. Dank des unergründlichen Genies von Franz Schubert. Aber auch dank des samtenen und doch klaren Anschlags von Eliane Reyes.
Rechts am Flügel stand sie natürlich für die auffälligste Melodieführung ein. Und das ist ein Vorteil, obwohl Schubert Schubert nicht wäre, wenn er die beiden Stimmen nicht gleichberechtigt behandelt hätte. Eliane führte diese Fantasie bereits unter anderem neben Martha Argerich auf. Ihren Platz nahm in Tilburg Sergeï Redkin ein. Mit derselben virtuosen Sicherheit, mit der er den Königin-Elisabeth-Wettbewerb 2021 als Zweiter nach dem gewinnnenden Jonathan Fournel beendete, erwiderte er jeden Einsatz und brachte so eine herrliche Wechselwirkung zustande. Selbst die wiederholten blitzschnellen Tippchen gegen seine Brille konnten noch hinzu. Eine Auswahl von Walzern aus Brahms' Opus 39 und Ravels Ma Mère l'Oye entzückten die Liebhaber von „Easy Listening". Ein würziger Abschluss wartete. „Feria", der vierte Satz aus Ravels „Rhapsodie Espagnole" brachte Klavierfeuerwerk.
Ein zufriedenes Publikum kann auf eine weitere erfolgreiche Reihe "Betoverende Pianisten" zurückblicken. Aber, wie Organisator Schoones mit all seinem Wissen betonte, kommt nur 2 Prozent von dem, was in der klassischen Musik existiert, zur Geltung. Eine erschütternde Feststellung, die er von dem vorherigen "Betoverende Pianist", Cyprien Katsaris, erhielt.
Melomanen, es gibt noch Arbeit zu tun!
- WAS: Klavierrezital in der Reihe Betoverende Pianisten
- WER: Eliane Reyes und Sergei Redkin
- WO & WANN: Tilburg, 18.2.2024
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