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Complete Chamber Music

Ton Koopman

Label
Challenge Classics
Katalognummer
CC 72890
EAN / Barcode
0608917289022
Erscheinungsdatum
5 August 2021
Anzahl CDs
3
Dieterich Buxtehudes Kammerwerke zählen heute zu den am wenigsten bekannten seiner Kompositionen. Sie waren bereits bald nach 1700 in Vergessenheit geraten, und dies obwohl zwei Drittel von Buxtehudes Kammersonaten, im Gegensatz zu jeder anderen Kategorie in Buxtehudes künstlerischem Schaffen, während seiner Lebenszeit veröffentlicht wurden. Die Veröffentlichung von Sonaten deutet darauf hin, dass es auf dem Markt für dieses Repertoire in der späteren zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts eine Nachfrage gab. Darüber hinaus deutet die Veröffentlichung zweier Sammlungen solcher Werke darauf hin, dass der Ruhm des Lübecker Meisters und der Erfolg der ersten Sammlung die Nachfrage nach einer zweiten geschaffen haben müssen. Der primäre Grund dafür, dass diese Werke zur Zeit von Buxtehudes Tod aus der Mode kamen, war jedoch ihre unkonventionelle Instrumentalbesetzung und, noch wichtiger, der triumphale Aufstieg der modernen italienischen Triosonate von Corelli, Albinoni und anderen zu Beginn des 18. Jahrhunderts. Buxtehudes Kammermusik-Repertoire besteht insgesamt aus zweiundzwanzig Werken. Alle von Buxtehudes Kammerwerken präsentieren hochsophistizierte Kompositionen, die zu den attraktivsten und technisch anspruchsvollsten Beispielen der noch in ihren Anfängen befindlichen Gattung der Ensemblesnonate gehören. Sie ähneln in vielerlei Hinsicht den sechs Sonaten des Hortus musicus (Hamburg, 1688) von Buxtehudes Kollegen und Freund Johann Adam Reinken, Organist an der St. Catherine's Church in Hamburg. Aber wie Reinkens Stücke wurden sie von italienischen Vorbildern beeinflusst, besonders von den Instrumentalsonaten des venezianischen Komponisten Giovanni Legrenzi (1626-1690), die auch in Nordeuropa weit verbreitet waren. Gleichzeitig spiegeln sie tief die improvisatorischen, fantastischen, expressiven und farbenfrohen Manierismen von Buxtehude und seiner Schule wider, auf die sich der Schriftsteller Johann Mattheson 1739 als „stylus fantasticus" bezog.

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