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Lachrimae

Jadran Duncumb, Accademia Strumentale Italiana, Alberto Rasi

Label
Challenge Classics
Katalognummer
CC 72938
EAN / Barcode
0608917293821
Erscheinungsdatum
1 Juni 2023
Von 1598 bis 1606 trat Dowland in den Dienst von Christian IV. von Dänemark als Hoflaute ein. Da er die Möglichkeit hatte, sich durch Reisen nach England zu absentieren, sowohl für die musikalischen Bedürfnisse des Hofes als auch „für seine eigenen Angelegenheiten", war er vom Sommer 1603 bis zum Sommer 1604 in London, und während dieses Aufenthalts veröffentlichte er Lachrimae, or Seaven Teares (1604), eine Sammlung, die er Anne of Denmark widmete, der Schwester von Christian IV., seit 1589 Ehefrau des neuen Königs James I. Lachrimae ist Dowlands einzige Veröffentlichung von Consort-Musik und die einzige Sammlung für ein Streicherkonsort und Laute. Sie ist in fünf Stimmen für ein Viola da Gamba-Konsort (oder Geigeninstrumente) und eine Stimme für Laute in Tabulatur gesetzt. Alle Stimmen werden nicht in separaten Partituren gedruckt, wie üblich, sondern auf einem einzelnen Folio: alle sechs Musiker konnten ihre Stimme von zwei gegenüberliegenden Seiten lesen, indem sie sich um den Tisch setzten und das Buch in der Mitte aufgeschlagen war. Dieses „Buch-Singen" ist par excellence das der Polyphonie und sagt viel über die entscheidende Funktion aus, die auch in Bezug auf die Aufführung die grafische Anordnung der Musik auf den sie enthaltenden Notenseiten einnimmt. Die einzigartigste der für polyphone Musik entworfenen grafischen Lösungen ist das von John Dowland bei der Veröffentlichung von Lachrimae or Seaven Teares angenommene „Tisch"-Layout. Die sechs Stimmen der Musik werden auf zwei benachbarten großformatigen (Folio-)Seiten gedruckt und so angeordnet, dass mit dem aufgeschlagenen Buch in der Mitte eines Tisches und den Musikern an seinen Seiten verteilt, jeder seine oder ihre Stimme vor sich in der richtigen Ausrichtung hat. Die ideale Aufführungsbedingung bleibt heute, wo möglich, diejenige mit dem aufgeschlagenen Musik-„Buch" auf einem Tisch und den Interpreten in den vom Autor vorgesehenen Positionen um ihn herum angeordnet, um die ursprünglichen Aufführungsbedingungen dieser Musik getreulich nachzubilden, für ein Hörerlebnis, das die visuellen und auditiven Aspekte des Konzerts in einer einzigen, intensiveren Wahrnehmungsempfindung vereint.

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