Mahler: Symphony No. 4
Juliane Banse, Bernard Haitink, Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks,
- EAN / Barcode
- 4035719002379
- Format
- Digital
Bernard Haitink dirigiert Mahlers Symphonie Nr. 4 in G-Dur
Der niederländische Dirigent Bernard Haitink und das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks (BR-KLASSIK) waren durch eine lange und intensive künstlerische Zusammenarbeit verbunden, die durch seinen Tod im Oktober 2021 abrupt beendet wurde. BR-KLASSIK präsentiert nun hervorragende Live-Aufnahmen von Konzerten aus den vergangenen Jahren, die bislang noch nicht veröffentlicht wurden. Diese Aufnahme von Gustav Mahlers Vierter Symphonie dokumentiert Konzerte aus November 2005 in der Münchner Philharmonie im Gasteig.
Seit Haitink 1958 zum ersten Mal ein Abonnementkonzert in München dirigierte, stand er immer wieder am Dirigentenpult des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks – in der Herkulessaal der Residenz oder in der Philharmonie im Gasteig. Die fruchtbare Zusammenarbeit dauerte mehr als sechs Jahrzehnte an. Orchestermusiker und Sänger arbeiteten genauso gerne mit ihm zusammen wie die Tontechniker des BR. Als Interpret des symphonischen Repertoires, besonders der deutsch-österreichischen Spätromantik, wurde Haitink weltweit sehr geschätzt. Auch die Symphonien von Gustav Mahler waren bei ihm immer in den besten Händen. Die Durchsichtigkeit der Klangarchitektur einer musikalischen Komposition mit ihren vielfältigen Verflechtungen war für ihn das höchste Prinzip: äußerste Klangempfindlichkeit gepaart mit einer klar strukturierten Interpretation der Partitur.
In seiner vierten Symphonie brachte Gustav Mahler seine Beschäftigung mit den Gedichten aus „Des Knaben Wunderhorn" zu einem vorläufigen Höhepunkt. Bereits in den „Wunderhorn-Symphonien" Nr. 2 und 3 waren Texte aus dem zwischen 1805 und 1808 von Clemens Brentano und Achim von Arnim herausgegebenen Gedichtband verarbeitet. In seiner vierten Symphonie, komponiert zwischen 1899 und 1901, erklingt nun im Schlussteil das Wunderhorn-Gedicht „Das himmlische Leben", das Mahler bereits 1892 vertont hatte. Es skizziert aus einer kindlichen Perspektive das Bild eines Jenseits als ein Schlaraffenland. Mahlers skeptischer Blick auf die Welt seiner Zeit entwirft mit dieser „himmlischen Welt" einen utopischen Gegenentwurf.