Mozart en famille
Kuijken Trio
- Label
- Challenge Classics
- Katalognummer
- CC 72902
- EAN / Barcode
- 0608917290226
- Erscheinungsdatum
- 2 Juni 2022
Diese Aufnahme von Mozarts Kammermusik kann als angenehmes privates Konzert „en famille" genossen werden. Die Wahl der Werke wird allein von den spezifischen Instrumenten bestimmt, die die drei Familienmitglieder spielen: Violine, Viola und Klavier. Dies ist keine übliche Besetzung im Kammermusik-Repertoire, doch gerade diese Kombination hat zu einem angenehm abwechslungsreichen Programm geführt – dank Mozarts unerschöpflichem Genie! Die Sonate in C-Dur (KV 296) ist datiert auf Mannheim, 11. März 1778. Mozart hatte Salzburg mit seiner Mutter im September 1777 verlassen, um sein Glück in Paris zu versuchen, aber musikalische und Herzensangelegenheiten führten dazu, dass er fünf Monate in der Musikstadt Mannheim verbrachte, bevor er seine Reise nach Paris fortsetzte. Mozart schrieb die beiden Duos für Violine und Viola (KV 423 und 424) 1783, als er sich für einige Wochen in Salzburg aufhielt. Im ersten dieser beiden Duette (KV 423, in G-Dur, hier aufgenommen) wird sofort deutlich, wie beide Instrumente gleichberechtigt behandelt werden: beide Stimmen sind äußerst konzertant, der Dialog ist sehr intensiv. Wir erkennen auch, wie gut Mozart (der selbst ein vollendeter Violin-Virtuose war und auch gerne Viola spielte) die Möglichkeiten und die einzelnen Charaktere der Violine und der Viola aus eigenem Erleben verstand und nutzte... Die Fantasie in d-Moll für Fortepiano (KV 397) ist ein seltenes Kleinod in der Klavierliteratur – das Kompositionsdatum wird auf circa 1782 geschätzt. Mozart gehört zweifellos unter allen Komponisten zu denjenigen, die die intensivste Beziehung zum d-Moll-Geheimnis haben – man denke zum Beispiel an sein Streichquartett in d-Moll (KV 421), sein Klavierkonzert KV 466 und natürlich sein Requiem (KV 626) – in all diesen Werken steht die d-Moll-Tonart für eine tiefe, dunkle, aber nicht deprimierende Energie. Es ist, als wolle Mozart uns fühlen und sehen lassen, wie das Schicksal unweigerlich Teil des unsagbaren Mysteriums von Leben und Leiden ist... Aber gleichzeitig bezeugt er, wie stark die tief verborgenen positiven Kräfte alles weiterhin vorantreiben, ewig und unzerstörbar. Hier reicht Mozart in die tiefsten Abgründe hinab... Das sogenannte Kegelstatt-Trio (KV 498, datiert auf den 5. August 1786) war ursprünglich für Klarinette, Viola und Klavier vorgesehen. In der gedruckten Ausgabe dieses Trios ersetzte Mozart die Klarinettenpartie durch eine Violinpartie und bezeichnete die ursprüngliche Klarinettenpartie als Alternative zur Violine – dies hätte den Verkauf sicherlich angekurbelt... Diese Aufnahme präsentiert die gedruckte Fassung dieses Werkes (mit Violine statt Klarinette), in der die tieferen Noten der Klarinettenpartie sehr umsichtig in höhere Regionen, innerhalb der Violinlage, verschoben wurden... Die Tonart Es-Dur erinnert konstant an Mozarts Freimaurerverbundenheit. Wolfgang erhielt mehrmals erhebliche materielle Unterstützung von Loggenbrüdern, und vielleicht bezieht sich die Kegelstatt-Geschichte auf gemeinsame Erholung unter gleichgesinnten Freunden... Das für diese Aufnahme verwendete Klavierinstrument ist eine getreue Kopie (von Chris Maene, Ruiselede-Belgien) eines Fortepianos, das um 1785 von Johann Andreas Stein in Augsburg gebaut wurde. Mozart war ein großer Freund dieses Instrumentenbauers. Die Größe der Fortepianos von J.A. Stein ist im Grunde vergleichbar mit den Cembali seiner Zeit.
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