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Schnittke: String Trio - Prokofiev: 5 Melodies - Violin Sonata No. 1

Kolja Blacher

Label
Phil.Harmonie
Katalognummer
PHIL 06019
EAN / Barcode
4250317416193
Erscheinungsdatum
4 November 2021
Der Komponist Alfred Schnittke empfand sich gleichzeitig als Deutscher, Russe und Jude. Er selbst sah eine Verbindung zwischen seiner „Polyidentität" und der Ausrichtung seiner Werke. Sein Streichertrio in zwei Sätzen entstand als Auftragswerk für die Alban Berg-Society 1985 anlässlich des 100. Geburtstags und des 50. Todestages von Berg. Es basiert strukturell auf sieben thematischen Komponenten, die zwischen wechselnden Farben und Formen variieren. Gleichzeitig reichen die Stimmungen von freundlich bis düster, von sinnlich bis schockierend. Neben ekstatisch-sinnlichen gebrochenen Akkorden und Trauermarsch-Anspielungen wird ein langsames Walzermotiv von großer Bedeutung, das als Hommage an Wien verstanden werden kann. Sergei Prokofievs Violinsonate Nr. 1 f-Moll, Op. 80 ist eines der dunkelsten und nachdenklichsten Werke des Komponisten. Er begann 1938, die anfänglichen Themen zu notieren, doch die Invasion der Deutschen und die Evakuierung unterbrachen seine Arbeit am Projekt. Die Begegnung mit David Oistrakh, dem führenden Geigenvirtuosen der UdSSR, brachte ihn wieder auf den richtigen Weg. Im Herbst 1946 präsentierten Oistrakh, dem die erste Sonate gewidmet ist, und sein regulärer Klavierbegleiter Lew Oborin das Werk, das Ergebnis einer turbulenten 8-jährigen Inkubationszeit, unter der Leitung des Komponisten. Die „Five Melodies" Op. 35a waren ursprünglich Vokalsätze, buchstäblich „Lieder ohne Worte". Prokofiew nutzte die Gelegenheit, um mit den Techniken und Tonalitäten einer menschlichen Stimme zu experimentieren, die wie ein Instrument behandelt werden würde.

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