Schubert, Violin & Piano
Mihaela Martin & Elena Bashkirova
- Label
- CAvi
- Katalognummer
- AVI 8553027
- EAN / Barcode
- 4260085530274
- Erscheinungsdatum
- 5 August 2021
Die Leichtigkeit von Schubert
"Schuberts Musik verbinde ich in meiner Fantasie immer mit einer Fahrt in einer Pferdekutsche. Draußen zieht die Landschaft vorbei. Städte, Berge, Flüsse, Seen, Dörfer. Manchmal verlangsamt sich die Kutsche, dann beschleunigt sie sich wieder, aber ich habe immer das Gefühl, auf einer Reise zu sein. Nicht zu Fuß und nicht zu Pferd, sondern in einer Kutsche auf Rädern." (Elena Bashkirova)
Das Jahr 1816 leitete für den 19-jährigen Franz Schubert eine Reihe von Neubeginnungen ein. Er hatte sich um eine Stelle als Musiklehrer in Laibach beworben (und würde bald wohl insgeheim überglücklich sein, abgelehnt zu werden, um sich so der Schulmeistertätigkeit zu ersparen, die er hasste). Er schickte Goethe ein Notizbuch mit Liedern seiner Feder und hoffte vergeblich, ihm diese dem "Fürsten der Dichter" widmen zu dürfen. Er träumte von seiner zukünftigen Hochzeit mit der Sopranistin Therese Grob. Und er komponierte unaufhörlich. Neben zahllosen Liedern umfasste Schuberts Katalog bereits ein halbes Dutzend Werke für die Bühne, drei Messen, sechzehn Streichquartette, Ouvertüren, Klaviermusik und Chorwerke. Nun schrieb er im Laufe weniger Wochen seine 4. Sinfonie, die "Tragische". Auch eine Kantate floss aus seiner Feder. Und das Stabat Mater. Vierzehn neue Lieder. Darüber hinaus: drei Sonaten "für Fortepiano und Violine", seine ersten Kammermusikwerke für Violine. Schubert verfasste diese Sonaten wahrscheinlich als Hausmusik: vielleicht für Ferdinand, seinen Lieblingsbruder, der sie ein Jahr später mit Schuberts Zustimmung für Orchester arrangierte. Oder vielleicht waren sie für den gemütlichen Freundeskreis bestimmt, der sich regelmäßig zum Musizieren, gegenseitigen Vorlesen und lebhaften Diskussionen zusammenfand. Schubert spielte selbst gelegentlich Violine: In seiner Schulzeit war er Konzertmeister des Orchesters am Wiener Stadtkonvikt, wo er Schüler war. Er könnte diese Sonaten also selbst auf der Violine gespielt haben. Wir wissen es nicht. Die Sonaten wurden erst 1836 veröffentlicht, viele Jahre nach Schuberts Tod: Verleger Anton Diabelli gab ihnen den Titel "Sonatinen", und dieser Name ist bis heute geblieben. Tatsächlich verbirgt sich hinter ihrer Kürze und obwohl sie auf den ersten Blick technisch relativ leicht zu bewältigen erscheinen, hinter der scheinbar harmlosen Bezeichnung ein reich differenziertes musikalisches Kosmos, den wir durch diese Werke entdecken können. (Auszug aus den Liner Notes von Eva Blaskewitz)
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