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Tchaikovsky & Juon

Boulanger Trio

Label
CAvi
Katalognummer
AVI 8553401
EAN / Barcode
4260085534012
Erscheinungsdatum
6 September 2018
"In Juons Klaviertrio", wie die Mitglieder des Boulanger Trio feststellen, "tauchen wir in die tiefsten Abgründe der Seele ein. Alles erhält existenzielle Bedeutung. Dieses Werk fesselt uns wirklich: So viel geschieht in so kurzen Momenten". Hier finden unsere Aufführenden eine Brücke, die Juons kaleidoskopisches Tongemälde mit PETER TCHAIKOVSKYs kolossalem Klaviertrio op. 50 verbindet, einer musikalischen Grabinschrift für Pianist und Dirigent Nikolai Rubinstein, der Tschaikowskys Freund und Mentor war. Rubinstein hatte dafür gesorgt, dass der junge Tschaikovsky das neu gegründete Moskauer Konservatorium besuchen durfte, während er ihn als Bewohner in seinem eigenen Haus aufnahm. "Er kümmerte sich um meine Bedürfnisse wie eine Kinderfrau", schrieb Tschaikovsky an seine Familie in Saint Petersburg. Rubinstein sorgte nicht nur dafür, dass Tschaikovsky angemessen elegant gekleidet war, sondern nahm ihn auch mit in die Oper und zu Konzerten, während er ihn in seinem Kollegenkreis einführte und seine Verbindungen nutzte, um die Aufmerksamkeit auf die Kompositionen seines Schützlings zu lenken. Sein plötzlicher Tod 1881 im Alter von nur 45 Jahren muss den jungen Tschaikovsky zutiefst erschüttert haben, der sein einziges Klaviertrio seinem verstorbenen Freund widmete und den Untertitel À la mémoire d'un grand artiste hinzufügte. Das Werk besteht aus nur zwei monumentalen, thematisch verwandten Sätzen. Beginnend mit einer herzlichen Cellokantilenе, ist der erste ein ausgedehntes Elegielied oder Pezzo elegiaco: Eine immense Vielfalt musikalischer Ideen fließt in dieser Sonatenform mit Exposition, Durchführung und Reprise zusammen. Der zweite Satz besteht aus einer scheinbar endlosen Reihe von Variationen. Nach seinem Freund Nikolai Kashkin wollte Tschaikovsky "ein musikalisches Porträt Rubinsteins in verschiedenen Phasen seines Lebens malen". Ob das wahr ist oder nicht, dies ist tatsächlich ein musikalisches Flugblatt illustrierter Charaktervariationen. Besondere Erwähnung verdienen die dritte Variation, eine brillante Klaviercaprice, die fünfte, in der das Klavier Glockenschläge imitiert, die sechste in Form eines Walzers und die aufwändige Fuge in der achten. Die zwölfte Variation-cum-Finale setzt kraftvoll und energisch ein, bezieht sich aber auf den ersten Satz zurück, indem sie mit einem ergreifenden Trauermarch endet. Der Wiener Musikkritiker Eduard Hanslick fand, dass Tschaikowskys Trio trotz "einer Reihe origineller Züge und gelungener Wendungen" zu der Art von "quasi-suizidalen Kompositionen" gehörte, die "ihre Wirkung durch ihre erbarmungslose Länge zerstören". Heute wird es jedoch als einer der Meilensteine im Genre der Kammermusik mit Klavier angesehen.

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