Vocal Discoveries
Ensemble Vox ad hoc, Tobias Frank
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- Digital
Marcel Dupré ist einer der größten Virtuosen der französischen Orgelmusik; als Schüler und späterer Nachfolger von Widor führte er die große Tradition der französischen Orgelromantik in die Moderne. Tobias Frank und sein Ensemble Vox ad hoc präsentieren eine bislang völlig unbekannte Seite von Dupré: Vokalwerke mit Klavier- oder Orgelbegleitung, solo oder rein a cappella, die bis vor kurzem bescheiden und größtenteils unbemerkt in den Archiven der Französischen Nationalbibliothek lagen. Marcel Dupré wuchs mit Chormusik auf: der Chor seines Vaters probte wöchentlich im Wohnzimmer seines Elternhauses. Und so wurden seine frühesten Kompositionen geprägt von dem, was er dort hörte: Bach, aber auch Beethoven und Rossini sind unverkennbar im Prélude von 1901, das op. 1 der ganzen Sammlung dieser Kleinodien vorangeht.
Die meisten der vorwiegend weltlichen Chorkomposionen entstanden während Duprés Studienzeit. Einerseits sind sie ein Spiegelbild dieser Zeit, nicht zuletzt durch die Wahl oft mythologischer oder patriotischer Themen. Der Exotismus, der in der späten Belle Époque populär war, wird zum Beispiel auch in der Danse orientale widergespiegelt. Das Programm bietet interessante Farbwechsel, da einige Lieder von Solisten aufgeführt werden - die Solopartie der Vocalise-Étude wird von Saxophonist Christian Segemehl aufgeführt. Später sind es vor allem Gelegenheitswerke bis zu seiner letzten Komposition, dem sehr persönlich gefärbten Souvenir, eine a cappella Vocalise „Andante nostalgico" aus 1970.
Tobias Frank hat sich wahrscheinlich wie kein anderer in das Œuvre von Dupré vertieft - seit über 20 Jahren erforscht er das unerschlossene Erbe des Komponisten, zu dem er dank einer persönlichen Beziehung so gut wie exklusiven Zugang hat. Es ist faszinierend, die Einheit dieser Abfolge so unterschiedlicher Werke auf dieser SACD zu hören, die Duprés kompositorischen Weg nachverfolgt - sicherlich auch ein Resultat der persönlichen Hingabe, die in jeder Note zu hören ist.