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Werther

Tassis Christoyannis, Hungarian National Philharmonic Orchestra

Label
Bru Zane
Anzahl CDs
2
Format
Digital

Massenets Werther ist eines jener Meisterwerke, die zur Zeit ihrer Entstehung abgelehnt oder gemieden wurden. Die in den 1880er Jahren komponierte Partitur wurde vom Direktor der Opéra-Comique zurückgewiesen und musste sich mit einer deutschen Uraufführung weit weg von Paris begnügen, bevor sie schließlich 1893 in Paris zu hören war. Allmählich etablierte sie sich als eines der persönlichsten Werke des Komponisten, in dem er sich sowohl als feiner Kolorist als auch als Meister der Kunst des „motif de rappel" erwies. In seiner Bearbeitung von Goethes Roman stellten Massenet und seine Librettisten die Figur der Charlotte stärker in den Vordergrund, wodurch der Kampf zwischen Pflicht und Leidenschaft zum Zentrum der Geschichte wurde. Die Rolle des Werther, ursprünglich für einen Tenor gedacht, wurde mit Genehmigung des Komponisten auch von dem Bariton Mattia Battistini gesungen. Diese Fassung verleiht dem Werk eine melancholische Färbung, die ideal ist, um das suizidale Temperament des Helden darzustellen, vorausgesetzt, der Sänger beherrscht die voix mixte gekonnt. Tassis Christoyannis folgt diesem Ansatz vorbildlich und kontrastiert mit Véronique Gens' reservierter, aber ergreifender Charlotte. Beide Sänger geben dem Text die Hauptrolle, die er in der französischen Operntradition verdient.

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