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Acis et Galatée - Händel auf seinem Höhepunkt in Namen

J
· 3 Min. Lesezeit
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Acis et Galatée - Händel auf seinem Höhepunkt in Namen
© Klassiek in de Kapel

Am 20. März brachte Olivier Fortin zusammen mit Ensemble Masques und einer ausgewählten Solistenbesetzung eine fesselnde Aufführung von Georg Friedrich Händels Acis and Galatea in der Namur Concert Hall. Der ohnehin geräumige Saal war bis auf den letzten Platz gefüllt, und das Publikum belohnte die Musiker nach dem Konzert mit minutenlangem lautem Applaus – eine verdiente Anerkennung eines Abends voller verfeinerten musikalischen Glanzes.

Händel schrieb Acis and Galatea 1718, als er in den Diensten des Herzogs von Chandos in England stand. Er nannte es selbst einmal eine „kleine Oper", doch das Werk wird üblicherweise als pastorale Oper betrachtet, gekennzeichnet durch die idyllische Atmosphäre und die mythologische Thematik. Das Libretto, basierend auf Ovids Metamorphosen, erzählt die tragische Geschichte des Hirten Acis und der Meernymphe Galatea, deren Liebe durch den eifersüchtigen Zyklopen Polyphem rau gestört wird. Der erste Akt strahlt eine träumerische pastorale Schönheit aus, während sich die dramatische Spannung im zweiten Akt zuspitzt und in Acis' Tod und seiner schließlichen Verwandlung in einen ewig fließenden Fluss gipfelt. Dieser Kontrast zwischen beiden Akten wurde in dieser Aufführung besonders gut hervorgehoben.

Die Vokalsolisten glänzten durch Ausdruckskraft und Musikalität. Rachel Redmond gelang es mit ihrem strahlenden Sopran und subtiler Phrasierung, eine fesselnde und gefühlvolle Galatea zu schaffen. Hugo Hymas und Philippe Gagné als Acis und Damon verkörperten ihre Partien mit lyrischer Eleganz, während Marie Pouchelon mit ihrem warmen Mezzosopran dem Ganzen zusätzliche Farbe verlieh. Tomas Kral stahl als Polyphem die Show mit einer äußerst ausdrucksstarken Interpretation, in der seine kräftige Bassstimme die Bedrohung und den tragischen Charakter des eifersüchtigen Riesen eindrucksvoll zum Ausdruck brachte. Das Ensemble Masques mit einer wunderschönen Besetzung aus Oboen, Flöten, Streichern und Basso Continuo brachte Händels Musik mit stilistischer Präzision zum Leben, die sowohl die tänzerische Leichtigkeit als auch die dramatische Intensität der Partitur gerecht wurde.

Eine kleine Anmerkung war, dass das Gleichgewicht zwischen Gesang und Instrumenten nicht immer optimal war, besonders bei einigen Solopartien, wodurch bestimmte vokale Linien manchmal etwas in den Hintergrund traten. Dies schmälerte jedoch kaum die Gesamtwirkung der Aufführung, die als Ganzes von außergewöhnlich hohem Niveau war.

Acis and Galatea war zu Händels Lebzeiten eines seiner meistaufgeführten Werke mit nicht weniger als 70 Aufführungen, darunter in Dublin 1742 – das letzte Mal, dass Händel es selbst dirigierte. Diese Popularität ist nicht verwunderlich: Die Kombination aus melodischer Schönheit, lebendiger Instrumentierung und einer dramaturgisch stark aufgebauten Geschichte macht es zu einem zeitlosen Meisterwerk. Die Aufführung in Namur unter der Leitung von Olivier Fortin bewies dies erneut auf überzeugende Weise und wird zweifellos noch lange im Gedächtnis des Publikums haften bleiben.

Tags concert
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