Dank Amazing Haydn erhält Joseph Haydn auch in Flandern die Anerkennung, die ihm als genialer Komponist gebührt. Fast ein ganzes Leben lang im Dienst der ruhmreichen Adelsfamilie Esterházy beschäftigt, schrieb er glänzende und zumeist fröhliche und sonnige Musik. Er brachte es vom verarmten Straßenmusiker zum berühmtesten und populärsten Komponisten der Welt, war aber lange Zeit vielleicht auch der meistvergessenste und vernachlässigteste unter den Großmeistern.
Mit international renommierten Kammermusik-Ensembles, Orchestern und Solisten aus Österreich, Tschechien, der Slowakei und Flandern sowie einem vielfältigen und qualitativ hochwertigen Programm sind Sie in guter Gesellschaft für einen unvergesslichen Abend. Bei diesem ausgesprochenen "Wiener Klassik-Festival" zu seiner Ehre hat Haydn nicht nur seinen besten Freund Mozart, sondern auch Beethoven, Schubert, seinen jüngeren Bruder Michael und viele gute Freunde Zeitgenossen – in ihrer Zeit oft populäre und erfolgreiche, leider heute zumeist vergessene Komponisten – zu „Besuch".
Ein Orchester in einer Nussschale
Angenommen: es gibt noch kein Internet, I-phone oder Podcast; es gibt keine CDs, LPs, DVDs, Videos; nicht einmal Radio oder Fernsehen... Aber Haydn und Beethoven warteten nicht darauf. Sie schrieben eine Sinfonie nach der anderen. Wie sollte man die hören?
Diese Frage beschäftigte auch Violist Wolfram Lehnert.
Fürsten, die ein eigenes Orchester im Dienst hatten, waren nicht zahlreich. Große Konzerte waren unbezahlbar teuer. Die einzige Lösung war eine reduzierte Partitur für Klavier vierhändig oder für kleine Besetzungen, ein Bedarf, auf den Komponisten manchmal selbst eingingen.
Und es war ein solch gemischtes Ensemble aus einigen Streichern und Bläsern, das Lehnert vor dreißig Jahren mit Kollegen des renommierten Beethoven Orchester Bonn zusammenstellte und mit dem er das erste Amazing Haydn Konzert gestaltete.
Der Ort war ein Augenzwinkern gegenüber Beethovens Großvater, der in der Mecheler Sint-Katelijnekerk getauft wurde und später in der Nähe wohnte.
Corona, die 2020 eine Reise nach Bonn der Haydngesellschaft vereitelt hatte, und vielleicht auch ein Hauch von Krisenangst beeinflussten die Besucherzahl.
Die Anwesenden wurden sofort mit Haydns letzter Sinfonie konfrontiert, aufgeführt von nur fünf Musikern. Eine der wichtigsten Verbindungen im Spiel der Themen und Melodien war Flötistin Paolo Ferraris. Für Ries und Beethoven kamen eine Bratsche, ein Kontrabass und zwei wirkungsvolle Hornisten hinzu. Und es war ein Genuss, die überraschende Wirkung von Ferdinand Ries zu erleben, dem so zu Unrecht vergessenen Schüler, Sekretär und Freund Beethovens, sodass Lehnert 2008 beschloss, eine Ferdinand Ries Gesellschaft zu gründen.
Manchmal hob sich eine etwas schrille oder dünne Phrasierung von den üppigen Orchesterklanken ab, die in aller Ohren eingeprägt sind. Aber alles in allem schafften es eine tänzerische Ouvertüre zu „Die Geschöpfe des Prometheus" und eine einprägsame Fünfte Sinfonie von Beethoven, diese Erinnerung zu verdrängen, und das Miniaturorchester erhielt eine Stehende Ovation.
Eine Zugabe gab es nicht. Vielleicht hielt Wolfram Lehnert diese für einen möglichen Beethoven-Nachkommen bereit, denn er wusste, dass es noch Dutzende in unserer Gegend gibt, und fragte hoffnungsvoll, ob nicht einer von Beethovens Nachfahren anwesend sei. Leider ohne Erfolg...
WER: Ensemble van Beethoven Bonn
WAS: Joseph Haydn – Ferdinand Ries – Ludwig van Beethoven
WO: Sint-Katelijnekerk (Mechelen)
WANN: 25. September um 15:00