Bach Triple - Les Muffatti
Bach: Ouverture in b, BWV 1067 - Brandenburgs Concert nr. 5 in D, BWV 1050 - Tripelconcert in a, BWV 1044
Bach/Theuns: Sicliana BWV 1063
Frank Theuns (traverso), Sophie Gent (viool), Bertrand Cuiller (klavecimbel), Les Muffatti
Ramée 2301 • 66' •
Aufnahme: März 2023, Begijnhofkerk, Sint-Truiden (B)
Mit einem Programm wie hier auf Bach Triple kann sich jedes beliebige Bachfestival zweifellos gut darstellen. Vorausgesetzt natürlich, es handelt sich um ein in jeder Hinsicht begabtes Ensemble, was für Les Muffatti sicherlich der Fall ist.
Reichlich Abwechslung, neben der bekannten Suite (ich bevorzuge die alte Bezeichnung „Ouverture") in b, BWV 1067 (zu der der virtuose, unmittelbar ansprechende Flötenpart im Schlussteil, das Badinerie, sicherlich wesentlich beigetragen hat) das fünfte Brandenburgische Konzert BWV 1050 und das Tripelkonzert BWV 1044.
BWV 1050 und 1044 auf diesem Album zusammenzubringen ist allein aus programmatischer Sicht eine perfekte Wahl, da in beiden Werken die gleichen Instrumente zum Einsatz kommen, wobei für BWV 1044 noch eine zusätzliche zweite Violinstimme gilt (als Ripieno gedacht, neben Violine I, Viola und Basso continuo, mit Ausnahme des Mittelteils, eines schönen gewölbten Concertino, eines Adagio in C-Dur, dessen Ursprung im zweiten Satz der Triosonate BWV 527 liegt). In BWV 1044 spielt das Cembalo fast durchgehend eine dominante Rolle, was die Bedeutung des gewählten Instruments noch unterstreicht. Sie hören eine besonders schön klingende Kopie von Bruce Kennedy (Castelmuzio, 2002) nach einem Instrument von Christian Zell (Hamburg, 1728).
Eine Neuheit ist die Siciliana in der gelungenen Bearbeitung des Flötisten Frank Theuns für Traversflöte, Violine und Cembalo aus dem Konzert für drei Cembali in d, BWV 1063. Sie fungiert als Zwischenspiel und nimmt noch keine vier Minuten in Anspruch, aber das macht die Wahl nicht weniger treffend.
Les Muffatti verdankt seinen Namen dem Komponisten Georg Muffat (1653-1704), der ein faszinierendes Œuvre hinterlassen hat, das im Repertoire dieses belgischen Ensembles von Anfang an einen wichtigen Platz eingenommen hat. Les Muffatti glänzt in der barocken Rhetorik, selbstverständlich auf der Grundlage der historisierenden Aufführungspraxis, und daraus resultierend Kenntnis und Erfahrung mit den verschiedenen stilistischen Charakteristika dieses Repertoires und der damit verbundenen Spieltechnik. Nicht weniger wichtig: dies sind keine steifen, nur von Theorie beherrschten Interpretationen, sondern äußerst spontane Darbietungen, erfüllt von instrumentaler Brillanz und zugleich ein Beispiel für Musizierfreude.