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Beethoven neben Poulenc, das geht auch

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Beethoven neben Poulenc, das geht auch
© LVM / KC, Marina Mariën

Es braucht Mut, um als Liebhaber, zwar mit Unterstützung einiger Profis, das große Repertoire zu programmieren. Ludwig Van Beethovens 5. Symphonie ist ein All-Anforderungs-Werk und das zu wenig aufgeführte Stabat Mater von Francis Poulenc ist so grandios und gleichzeitig zerbrechlich und intim, dass es möglicherweise noch mehr verlangt als die Fünfte.

All dieses Heu dieser wahren Meisterwerke wurde auf die Zinken des Vlaams-Brabants Symfonisch Orkest, des Gemengd Koor Omnia Cantica und des Chors Salvocalee genommen, die Sopranistin Noa Vanden Broucke, unter der Leitung der Dirigenten Rik Ghesquière und Wouter Versavel. Persönlich habe ich einige Schwierigkeiten damit, dass Liebhaber, so engagiert sie auch sein mögen, solch schwere Stücke in Angriff nehmen. Die Risiken sind sehr hoch, auch für erfahrene Profis, daher ist es mehr als kühn, nicht nur ein, sondern zwei Werke von und für die Ewigkeit aufzuführen. Und doch...

Das Konzert eröffnete etwas vorsichtig mit einer breit ausgearbeiteten ‚Introduzione' aus Beethovens ‚Christus am Ölberge'. Dränge den Pianisten nicht, aber gib ihm einen Rat: Mit zwei Kanonenschlägen auf dem Programm braucht eine kürzere Einleitung eigentlich nicht. Aber gut, das Werk klang in dieser großen, hohen Kathedrale ziemlich wollig. Was würde das dann mit der Fünften der fünften Symphonien ergeben? Die Mecheler Kathedrale eignet sich eigentlich nicht für dieses Repertoire. Wenn irgendeines Orchesters symphonische Werke bringt, spielt es mit großer Mühe, hoffend, ausreichend Artikulation zu erreichen. Dirigenten und Solisten bemühen sich manchmal wirklich, und das Ergebnis bleibt, besonders von der Mitte bis zum hinteren Ende der Kirche, zu sehr ein verworrenes Spiel von nicht ganz zu ihrem Recht kommenden Klängen, alles vermischt sich zu einem unklaren Brei. Mecheln vermisst einen echten klassischen Konzertsaal.

Es zeigte sich noch einmal, wie es sich schon seit 250 und mehr Jahren zeigt, dass die Kathedrale zwar sehr geeignet ist für Chormusik und kleinere musikalische Ensembles, aber nicht für ein großes romantisches Orchester. Schade für eine Stadt, die eine der fünf Kunststädte in Flandern ist, dass sie über keine solche Halle verfügt. Ein Konzert nach seiner Qualität zu beurteilen ist und bleibt schwierig, und diesmal war es mit Beethoven V nicht anders. Dies war möglich mit dem zerbrechlichen Stabat Mater von Poulenc. Ein sehr schönes, intimes, tränenverursachendes Werk, das die Leidende Mutter, sei es nun diese von Jesus, die ihren Sohn am Kreuz sterben sieht, sei es nun irgendeine Mutter überall auf der Welt, die ein Kind, klein oder sogar erwachsen, weggeben muss. Der Schmerz ist immer da und er ist immer anders bei einer Mutter, die dem Kind das Leben geschenkt hat. Poulenc weiß es darzustellen, tiefgründig bis ins Mark. Das Orchester, nun in kleinerer Besetzung etwas besser zu seinem Recht kam, und die Chöre leisteten nach gesundem Mittelmaß, was für Amateure schon fast ein Maximum ist. Eine bedauernswerte Enttäuschung war die Sopranistin Noa Vanden Broucke, deren Stimme wirklich unzureichend für dieses anspruchsvolle Werk ist, für das du eine volle, erfahrene Opernstimme brauchst. Kenne deinen Platz in der Musikwelt und bringe das auf dein Instrument Passende, in diesem Fall die Stimme. Es gibt so viele Möglichkeiten...

Ein doppeltes Gefühl war das Ergebnis: sehr großer Respekt vor der Leistung der Liebhaber, die es trotzdem taten, schade um den Konzertraum, wo zu viele Details in den hohen Gewölben verschwanden. Mecheln, du weißt, was zu tun ist: sorge für diese echte Konzerthalle...

Tags concert
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