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Burnon kam, sah und siegte

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Burnon kam, sah und siegte

Samstag 31. Mai 2025, Bozar... Ich höre Gilles Ledure noch so: "Troisième Prix, Prix du comte de Launoit, graaf de Launoit Prijs, Valère Burnon". Und dort lief er, ordentlich in Blau, die Haare offen, an dem Tisch der Jury vorbei. Eine zusätzliche Umarmung von Anna Vinnitskaja und eine herzliche Umarmung mit Jean-Claude Vanden Eynden waren keine Zufälligkeit und keine Formalität.

Als der 8-jährige Junge aus Marche-en-Famenne Vinnitskaja den Ersten Preis sah, wusste er es: "Eines Tages werde ich bei diesem Wettbewerb teilnehmen". Und als er 2022 Artist in Residence an der prestigeträchtigen Muziekkapel in Waterloo wurde, kam er in die Klasse von Frank Braley, Avedis Kouyoumdjan und ja, Vanden Eynden. Dieser wurde 1964 Dritter. Burnon wurde auch Dritter, mit stürmischem Applaus, stehenden Ovationen, königlichen Grüßen plus den Publikumspreisen von Klara und Musiq3.

Für mich war es an jenem ersten Freitag im Juni 2026 das dritte Mal, dass ich ihn sah, nach einem Konzert in Bozar mit dem Großen Harmonieorchester der Königlichen Musikkapel der Führer u.l.v. Yves Segers und nach einem gemütlichen Klavierrezital im Haus Mia Vleminckx (+) - Bogaert in Schiplaken. Für das Festival der Voorkempen in De Werf 44 in Schilde spielte er Fauré, Nocturne 6, opus 63, wie in seiner ersten Runde in Flagey, Liszt, Rachmaninov aber auch Szymanowski.

Neuer Wind


Auch das kennzeichnet Burnon: seinen Erneuerungssinn. Obwohl beide Polen sind und sich nur eine Generation im Alter unterscheiden, ist die musikalische Sprache von Karol Szymanowski (1882-1937) ganz anders als die von Chopin. Szymanowski scheut dissonante Harmonien nicht und nähert sich so Skriabin. Lyrische Passagen und erkennbare Motive und Rhythmen wechseln sich mit robusten Klängen ab, typisch für die Volksmusik des Tatra-Gebirges. Von den 'Vingt Mazurkas opus 59' wählte Valère Burnon vier aus und brachte so die etwas mysteriöse Atmosphäre der Gegend um Zakopane über, wo Szymanowski ein hölzernes Haus bewohnte, das jetzt ein Museum ist.

Die Wahl der 'Treize Préludes opus 32' von Sergei Rachmaninov (1873-1943) ist eine Etappe in seiner kontinuierlichen Suche nach Lyrik und Ausdruck. 'Rach 3' mag Burnon dann zwar einen schönen Platz in der Rangordnung verschafft haben, der überwältigende Charme dieses Konzerts liegt miles weit entfernt von der unvorhersehbaren Melodie der Préludes. Und ja, es gibt 'déjà vu, déjà entendu' Nummern, wie das träumerische Moderato in G, Nr. 5 oder das Vivo, 8, das Valère als Zugabe präsentierte. Vom gleichen jugendlichen Innovationsdrang zeugt der Inhalt seiner zweiten CD, die von Debussy und Prokofiev 8 zu dem Avantgardistischen von Sergei Protopopov führt, womit er während eines Meisterkurses in Russland konfrontiert wurde.

Oder gab es dann keine 'ah ah' Momente? Sicher, es gab die zweite Ballade von Franz Liszt (1811-1886) und das schönste Nocturne von Frédéric Chopin (1810-1849), das man sich vorstellen kann. Unter den geschmeidigen Fingern von Burnon wurde das opus 27,2 eine weitgespannte Geschichte von Zärtlichkeit, Hingabe, Ekstase und pianistischer Freiheit. Für manche etwas 'zu', für mich eine Offenbarung. Nein, von Valère Burnon haben wir das Letzte noch nicht gehört!

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