Zum Inhalt springen
Automatisch übersetzt · Original
Rezensionen

Chants & Poèmes von Messiaen

A
· 2 Min. Lesezeit
Diesen Artikel teilen
Chants & Poèmes von Messiaen
© Alpha 1033

Auf diesem Album zwei Liedzyklen von Olivier Messiaen (1908-1992) für Sopran und Klavier auf eigene Texte: Chants de Terre et de Ciel und Poèmes pour Mi. Messiaen vollendete Poèmes 1936 (die Fassung für Sopran und Orchester entstand ein Jahr später) und Chants 1938. La Mort du Nombre, ebenfalls auf eigenen Text, für Sopran, Tenor, Violine und Klavier, stammt aus 1930.

Obwohl es sich um Werke handelt, die relativ früh in Messiaens kreativen Geist ihren Weg gefunden haben, finden wir darin bereits die ersten Charakteristiken seines späteren Werkes, die betörende Umwandlung von religiös gefärbten Bildern (so basieren die Poèmes auf Textfragmenten aus dem Neuen Testament) und persönliche Eindrücke in musikalischen Ausdruck. Darüber hinaus kann es niemandem entgehen, dass in beiden Zyklen das Sinnlich-Erotische einen prominenten Platz einnimmt, eingegeben durch seine warme, aber letztlich doch gescheiterte Beziehung zu seiner ersten Ehefrau, der Violinistin und Komponistin Claire Delbos. Chants hängt aufs Engste mit der Geburt ihres Sohnes Pascal zusammen.

In La Mort hat Messiaen zwei Seelen zusammengebracht, beide erfüllt von tiefem Trauer, weil sie voneinander getrennt sind. Die zweite Seele: 'Je veux m'approcher / Quelle force invisible m'arrête? / Pour qui ces liens? / Pour qui ces chaines?' Auf die Fragen kommt keine Antwort.

Barbara Hannigan zeigt uns in all ihrer vokalen Schönheit eine sublime fließende Mischung aus Intensität, Intimität und Raffinement, mit Bertrand Chamayou in seiner höchst inspirierenden und farbigen Rolle als Pianist (»Begleiter« ist ohnehin unzureichend). Sie arbeiten schon lange miteinander zusammen und scheinen dadurch eine musikalisch fast intuitive Beziehung aufgebaut zu haben, von der auch dieses Recital vollständig profitiert. Poèmes pour Mi verlangt nach dem Komponisten zwar einen »soprano dramatique«, eine Anforderung, der Hannigan mit ihrer relativ leichten Sopranstimme nicht nachkommen kann, aber ihre Ausdruckskraft macht viel wieder gut.
In La Mort du Nombre besticht ebenfalls der einfallsreiche und von unnötiger Theatralik freie Anteil des Tenors Charles Sy. Die Violinistin Vilde Frang verbindet einen feurigen Ton mit tief empfundener Expression.

Diesen Artikel teilen

Kommentare

Noch keine Kommentare. Sei der Erste, der kommentiert.

Kommentar hinterlassen

Kommentare werden vor der Veröffentlichung geprüft.

DE