'Ciao & Buenos Dios' de seizoensafsluiter van BeLLISSAma '25'-26 was en knaller van formaat. Na het overrompelende succes van zijn eerste aantreden stond de terugkeer van bariton Alberto Martinez in de sterren geschreven. Never change a winning team, aan de piano Mario Maiguel. Martinez is een heerschap die fier is op zijn roots. Hij heeft in Antwerpen een tweede thuis gevonden maar met trots en flair draagt hij de rijkdom van de Spaanse muziekgeschiedenis uit.
Diese drei Klasbakken schlugen die Hände ineinander und sorgten für eine Eintauchung in ein sprudelndes, Leidenschafts- und humorvolles Spanisches und Italienisches Musikalbad. Alberto Martinez bekam im ersten Teil freie Hand, um Komponisten, die er bewundert oder mit denen er verliebt ist, ins Rampenlicht zu stellen. Lieder in einer beeindruckenden Relieflandschaft von Klang und Ton.
Flechtwerk
Das Ganze ist wieder wie kunstvoll verflochtenes Flechtwerk ineinandergewebt. Pianist Mario Maiguel eröffnet mit einem Werk von Isaac Albinez, dem herrlichen 'Prelude, Suite España', ein stimmungsvoller musikalischer Gedankenflug voller Farbwechsel. Dann erscheint Lissa Meyvis auf der Bühne wie eine vollblütige spanische Schönheit in einem straffen blumigen Kleid, ein Bild! Sie erfüllt mit ihrer wunderschönen, wendigen Stimme und Tessittur den Raum, kurz darauf gesellt sich Alberto Martinez zu ihr. Alles greift nahtlos ineinander. Zusammen bringen sie eine ausdrucksstarke Interpretation der 'Jota aus Suite canciones' von Manuel de Falla. Raffiniert verstehen sie es, alle Elemente dieses Werkes zu erfassen.
Alberto Martinez bekennt seine Liebe zur 'Zarzuela', einem traditionellen spanischen Musikgenre, in dem gesprochenes Wort, Musik und Tanz sich abwechseln. In der zweiten Hälfte des siebzehnten Jahrhunderts wurde der Begriff für komische Musiktheaterstücke verwendet, die zur Unterhaltung des Königs in seinem Palacio de la Zarzuela aufgeführt wurden. Er bringt 'Ya mis horas felices aus La del Soto del Parral' von Reveriano Soutullo & Juan Vert und lässt den Charme und die Kraft alter Lieder wiederauferstehen. Er ist eher ein zartes Kerlchen, aber die Dezibel, die er produziert, sind beeindruckend. In dieser Komposition ist auch eine wunderschöne Klavierpartie verwoben. Anschließend stellt er einen seiner Favoriten vor: den einflussreichen spanischen Komponisten und Dirigenten aus dem 19. Jahrhundert Francisco Asenjo Barbieri, vor allem berühmt als Gründer der modernen Zarzuela. Lissa eröffnet mit 'Cancion de la Paloma' aus El barberillo de Lavapiés mit anschließendem 'Duet Paloma Lamparilla', einer berühmten spanischen Zarzuela. Das Stück hatte 1874 Premiere und kombiniert fröhliche Romantik und politische Intrigen. Ein Spiel nach dem Geschmack zweier ausdrucksstarker Interpreten, herausfordernd, einander ebenbürtig. Wer kann eine Note am längsten halten?! In Bezug auf Einfühlung haben sie beide einen Referenzrahmen, aus dem sie Erfahrungen schöpfen können.
Um beide Solisten eine Weile auszuruhen, trägt Pianist Mario Maiguel das bekannte 'Tango, Suite España' von Isaac Albéniz vor. Lissa bringt ein Wiegenlied von Manuel de Falla 'Nana' aus Siete canciones. Das Genre Zarzuela wird weiter vertieft mit zwei Liedern von Federico Moreno Torroba: eine Solopartie von Alberto. 'Luche la fe' aus Louisa Fernanda. Er bringt das Liebeslied mit dem nötigen Pathos und im Duett mit Lissa 'Mazurca de las Sombrillas' gehen zwei Liebende völlig ineinander auf: Sonne noch Regen, es kann ihnen alles nichts ausmachen. Dann ist Lissa wieder an der Reihe mit 'Del cabello mas sutil' von Fernando J. Obradors. Ein zartes, spielerisches und romantisches Liebeslied, in dem sie fantasiert, wie sie eine Kette aus dem Haar ihres Geliebten flicht, um ihn an sich zu binden. Alberto Martinez bringt das wunderbare ''Granada' von Agustin Lara. Sein Gesang und seine Erzählkraft sind immens, sorgen für Gänsehautmomente.
Das Programm schlängelt sich vom Klassischen zum Populären. Der erste Teil endet schwül mit der melancholischen Liebesballade 'Bésame mucho', ein weltberühmtes spanisches Lied der mexikanischen Komponistin Consuela Velasquez. Die Atmosphäre verweist auf den 2. Weltkrieg. Die Komponistin soll das Lied geschrieben haben, als ihr Geliebter weg musste, wodurch es zum Symbol für den Abschied zwischen zwei Liebenden in unsicheren Zeiten wurde. Lissa formt das Lied mit Worten, Tönen und körperlichem Ausdruck.
Nach der Pause kommt das italienische Repertoire zur Sprache, beginnend mit einem Duett aus Le nozze de Figaro von W.A. Mozart 'Crudel perché finora'. Ein musikalisches Scharmützel zwischen dem mächtigen Graf Almaviva und der klugen Kammerzofe Susanna. Komische Spannung und Dynamik sind garantiert. Das ultimative Rezept für eine erfolgreiche Komödie. Lissa taucht von einer Emotion in die andere mit dem Lied 'Quando m'en vo' aus Puccinis La Bohème. Musetta besingt ihre Schönheit, um ihren Ex-Freund Marcello eifersüchtig zu machen. Lissa entblößt ohne Scheu ihren Flirtcharakter. Bariton Alberto singt anschließend 'Ah per sempre, i Puritani' von Vincenzo Bellini. Die Arie ist einer der Höhepunkte des romantischen Belcanto-Repertoires. Das Porträt eines verschmähten Liebhabers. Diese Arie verlangt vom Interpreten eine enorme vokale Kontrolle. In 'O mio babbino caro' von Giacomo Puccini atmet eine schon Leichtheit und Humor. Die Interpretin bespielte ihren Papa, um mit dem Prinzen ihrer Träume heiraten zu können, und wirft all ihre Reize in die Schlacht. Eine harmlose Seele aus dem Publikum bekommt die Bitte auf sich projiziert. Lissa geht sogar auf die Knie. Sie bringt das Publikum mit der Art von verhaltenem Humor zum Lächeln, deren sie sich bedient und worin sie auch brilliert.
Anschließend zwei Lieder aus Don Giovanni von W.A. Mozart. Alberto präsentiert seinerseits all seinen Charme im intim verführerischen Lied „Deh vieni alla finestra". Das Duett „La ci darem la mano" ist ein meisterhaftes Musikstück, in dem der charmante Frauenheld Don Giovanni die unschuldige Bauerntochter Zerlina zu verführen versucht. Die Chemie funkt zwischen beiden Performern in einer dynamischen Musikalität. Sie will mit ihm gehen, dann wieder nicht, aber letztendlich lässt sie sich doch fortreißen. Resultat: eine leere Bühne! Pianist Mario sitzt ohne Sänger da, wartet und wartet… und beschließt dann, selbst etwas zu spielen. Spielerei von bester Qualität. Es wird die „Sonate K27" von Domenico Scarlatti. Lissa Meyvis hat auch ein Programm, in dem sie zusammen mit Hans Peter Janssens in das Repertoire von Charles Aznavour eintaucht. Sie bringt als Vorgeschmack eine Übersetzung ins Italienische eines seiner Erfolgsnummern „Com'è triste Venezia".
Als vorletzte Nummer und Höhepunkt singt Alberto Martinez das Haus mit der berühmtesten Arie aus Il barbiere di Siviglia von Gioachino Rossini „Largo al Factotum". Die Artikulation geht rasend schnell. Alberto ist ganz in seinem Element und lässt das Publikum von seiner beeindruckenden Performance und Gesangskapazität schwärmen. Als Abschluss bringt das Trio „Con te partiro" aus The Count of Monte Christo. Das Lied wurde weltberühmt in der Version von Andrea Bocelli und Sarah Brightman. Auch in diesem Lied eine perfekte Stimmprojektion und Verschmelzung beider Stimmen. Sowohl Lissa als auch Alberto wissen ein umfangreiches emotionales Spektrum hervorzurufen, das Raum für Rhetorik, Verspieltheit und Emotion bietet. Ein reichhaltiges Festmahl, von dem man nicht genug bekommt. „Con te partiro", symbolischer konnte es nicht sein. Abschied von einer glänzenden Saison und die Hoffnung und Erwartung auf das, was die neue Zeit bringt.
Das Trio erhielt eine lange stehende Ovation. Die Schlussfolgerung, die sich aufdrängt: Dies war unzweifelhaft ein fantastisches Konzert. Künstler, die so viel Spaß und Freude an ihrem Handwerk haben, ist selig zu erleben.