Am 20.02.2022 um 20.02 Uhr feierte Concertgebouw Brugge ihren 20. Geburtstag. Dieses festliche Ereignis wurde mit einem Festprogramm aus drei Konzerten und einer Online-interaktiven Geschichte durch einige Highlights aus zwei Jahrzehnten Kultur gefeiert. Ein Blick in die Vergangenheit, aber mit Blick auf die Zukunft...
Das Festprogramm begann eigentlich bereits am 13. Februar mit Spaziergängen durch die Stadt Brugge, um die Architektur des 21. Jahrhunderts zu entdecken. Auch die interaktive Geschichte ging online. Mit Hilfe von Bildmaterial und Soundfragmenten werden Sie als Besucher durch den Traum geführt, der Wirklichkeit wurde. Highlights aus der Vergangenheit mit einem Augenzwinkern auf die Zukunft spielen die Hauptrolle in dieser Online-Ausstellung. Die Programm-Highlights überlassen sie dem Publikum selbst. Hier können Sie über Ihren Lieblingsmoment aus 2 Jahrzehnten Kultur abstimmen und selbst mitbestimmen, welche Punkte dies sein werden.
Am 16. Februar fand das erste Event im Rahmen von 20 jaren Concertgebouw mit der Uraufführung Mystery Sonatas/For Rosa statt. Nach den Goldbergvariationen von J.S. Bach tanzt Rosas nun zur Musik eines anderen Barockkomponisten: Heinrich Ignaz Franz von Biber (1644-1704). Angezogen von der Klarheit von Bibers musikalischer Struktur taucht Choreografin Anne Teresa De Keersmaeker in den mystischen und geometrischen Reichtum dieses österreichischen Barockkomponisten ein. Trotz der festlichen Atmosphäre wurde diese Uraufführung nur lauwarm aufgenommen. So schrieb Ewoud Ceulemans folgendes: "Dann und wann glänzt die Choreografie dennoch, oft wenn sie scheinbar am einfachsten ist. [...] Zweimal wurde applaudiert, als die Musik kurz verstummte und die Lichter erloschen. Zweimal wurde die Aufführung fortgesetzt, wodurch sich Mystery Sonatas zum Ende zu schleppen scheint." Anderswo ist diese Aufführung noch am 5. März in C-Mine, Gent und vom 23. bis 26. Juni im Koninklijk Circus, Brüssel zu sehen.
Das Konzert von Anima Eterna Brugge und Vox Luminis am 19. Februar wurde leider abgesagt, aber am 20. Februar folgte ein zweites Event ihres Festprogramms. Auch dies war eine Uraufführung. The Close, ein Video- und Klangkunstwerk von David Claerbout — auf Da pacem Domine von Arvo Pärt live aufgeführt vom Vlaams Radiokoor — und Installationskunst Surfaces von Christoph De Boeck standen auf dem Programm dieses ausverkauften Konzerts.
Ein Statement, um gerade Klang- und Geluidskunst als Höhepunkt zu programmieren. Concertgebouw Brugge spielt eine aktive Rolle in der Aufwertung dieser Kunstdisziplin. 2011 führte sie Sound Factory ein, ein (pädagogisches) Labor für Geluidskunst, und 2021 gingen sie noch einen Schritt weiter. "Klankkunst spielt seit mehr als zehn Jahren eine wichtige Rolle im Concertgebouw. [...] Es ist an der Zeit, einen Schritt nach vorne zu gehen und Klankkunst mit permanenten und temporären Installationen und einem vielfältigen Beteiligungsprogramm zur Hauptdisziplin zu machen. Die Kreativität von Klankkunstlern ist inspirierend und regt zu einer tieferen Wahrnehmung der Welt um Sie herum an," sagte Jeroen Vanacker, künstlerischer Direktor. Unten können Sie den Aftermovie dieses festlichen Ereignisses ansehen.
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Nach einer Podiumsdiskussion über Kultur in Brugge am 22. Februar folgte am 23. Februar das dritte und letzte Konzert. Bariton Matthias Goerne trat zusammen mit der Deutsche Kammerphilharmonie Bremen u.L.v. Andris Poga auf. Werke von Dmitri Sjostakovitsj, Johannes Brahms und Franz Schubert erklangen im Concertzaal. Der Wechsel zwischen Text und Musik stand dabei im Mittelpunkt. Das dürfen Sie durchaus wörtlich nehmen, da die Musik durch gesprochene Intermezzos abgewechselt wurde. Der Saisondenker David Van Reybrouck war Keynote-Sprecher des Abends und auch Generaldirektor Katrien Van Eeckhoutte und künstlerischer Direktor Jeroen Vanacker blickten auf 20 ikonische Momente in zwei Jahrzehnten Concertgebouw zurück. Dieses Konzert wurde aufgenommen und ist am 20. April 2022 um 20.00 Uhr während Klara Live zu hören.