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Konzerttournee Tenor Roberto Alagna kam in der Basilika von Koekelberg an

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Konzerttournee Tenor Roberto Alagna kam in der Basilika von Koekelberg an
© Instagram Roberto Alagna,

„Willkommen in der Nationalen Basilika von Koekelberg". So werden wir in diesem grandiosen Bauwerk begrüßt – „das größte Art-Deco-Denkmal der Welt"! – zu einem wahrhaft außergewöhnlichen Konzert von Roberto Alagna. Während seiner kurzen belgischen Konzertreihe war er am Vortag noch an einem anderen ikonischen Ort zu hören, der Abtei von Villers-la-Ville. Der Franzose mit sizilianischen Wurzeln ist jetzt schon 63. Aber sein Name und sein Ruhm sind noch lange nicht verblasst. Und das zeigt sich auch an den zahlreichen Fans, die erschienen sind. Keine volle Kirche, aber genug Volk, um sofort Schwung reinzubringen mit tosender Handklaps, als das Orchester zügig den Ton angibt und der Star tanzend die Bühne betritt. Alle bereit für ein Rezital voller sizilianischer und neapolitanischer Lieder. Die Show heißt „Boulevard des Italiens". Das Publikum hätte sich vielleicht eine Reihe von Opernarien erwartet, aber wurde für die Mühe belohnt. Der Stil und das Repertoire sind seit seinen Glanzzeiten anscheinend angepasst worden. Der Tenor bekam Narrenfreiheit für den Inhalt seines Konzerts. Es waren vollauf populäre Canzoni, die wir zu hören bekamen. Aber das war anscheinend kein Problem, um die Fans zu begeistern. Übrigens war nirgendwo Information über eine Setlist oder ein Programmbuch zu finden. Schade eigentlich. Aber Mittsänger im Überfluss: Santa Lucia, Sole Mio, Caruso, Bambino, sizilianische Tarantellen, gesungene und orchestrierte Themen aus The Godfather und Stücke von Filmmusik von Ennio Morricone. Dennoch lag ein Makel auf diesem Auftritt: die Tonverstärkung!

Natürlich ist die Akustik in einem so enormen Volumen nicht ideal, mit einem Nachhall von 8 Sekunden las ich irgendwo. So schwierig also, dass man manchmal den Eindruck bekam, dass der Sänger und das Golden Pick Orchestra von Dirigent José Pick aus dem Takt klangen. Eigentlich ein Hohn auf das, was man bei einem Konzert hören sollte. Wie kann man dann die Qualität seiner heutigen Meisterschaft beurteilen? Er klang nicht immer von seiner besten und nicht von seiner reinsten Seite, aber immer vokal kraftvoll genug, um die vielen Anhänger zu überzeugen. Aber ein Showbiest ist er noch immer. Und mit einem Funiculi-funiculà sangen alle klatschend mit und dasselbe natürlich auch bei diesem populären italienischen Protestlied Bella ciao. Anderthalb Stunden Roberto Alagna waren für viele eine begeisternde emotionale Darstellung, sollten aber in besseren akustischen Bedingungen erlebt werden können.

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