Es droht wieder ein Sturm – oder ist es ein Hurrikan? – der den Kultursektor treffen könnte. Die Politik in diesem Land macht deutlicher als je zuvor, dass Kultur für die politische Gestaltung nicht interessant genug ist. Von Artists United haben wir das nachfolgende Pressekommuniqué erhalten, das für den Sektor durchaus besorgniserregend ist. Klassiek Centraal unterstützt diesen faktischen Notruf.
PRESSEKOMMUNIQUÉ
Föderale Verhandlungen: Die Berufsföderation und Gewerkschaften, die die Arbeitnehmer in den Kunstsektoren vertreten, sind sehr besorgt über die Pläne, das sogenannte Kunstwerkstatut abzuschaffen, und befürchten, dass der öffentliche Zugang zur Kultur erschwert wird.
Die Berufsföderation und Gewerkschaftsorganisationen haben aus zuverlässiger Quelle erfahren, dass die dritte Version der „Supernote", die im Rahmen der Bildung einer Koalitionsregierung erstellt wurde, einen Absatz enthielt, in dem das Statut der Arbeitnehmer in der Kunst abgeschafft wurde, während die neue Version dieses Kunstwerkstatuts erst im Januar 2024 in Kraft trat...
Sie danken den an den Verhandlungen beteiligten Parteien (darunter die Initiatoren der Reform und andere an Kultur interessierte Politiker), die sich dieser Abschaffung widersetzen, und fordern sie auf, „das neue Statut der Kunstwerker und das damit verbundene Leistungssystem gegen alle Widerstände zu verteidigen" und sich an diese Positionen zu halten.
Zur Erinnerung: Die aufeinanderfolgenden Krisen haben den Kultursektor hart getroffen und die spezifische Arbeits- und Betriebsweise in der Kunst unterstrichen: sehr kurzfristige Verträge, unsichtbare Arbeit, niedrige Löhne usw.
Die vorherige Bundesregierung war sich der Notwendigkeit bewusst, diese spezifische Regelung für Kunstwerker – im Rahmen der Sozialversicherung und Arbeitslosigkeit – zu reformieren, um die Nachhaltigkeit eines dynamischen Wirtschaftssektors (5% des BIP!) zu gewährleisten. Und um allen den Zugang zur Kultur durch die Aktivitäten von Kunstwerkern zu garantieren.
Sie weisen darauf hin, dass diese Reformierung dieses Statuts am 1. Januar 2024 in Kraft getreten ist und dass Rechtssicherheit in einem Rechtsstaat garantiert werden muss.
Bezüglich der Verhandlungen über die Steuerreform drängen die Berufsföderation und Gewerkschaften die Verhandlungsführer außerdem, von der Idee abzusehen, den reduzierten Mehrwertsteuersatz von 6% auf 9% zu erhöhen, unter anderem für Kulturprodukte und -dienstleistungen, für die derzeit 6% Mehrwertsteuer gilt.
Zur Information: Viele Kulturteilnehmer, die nicht steuerpflichtig sind und manchmal kostenlose Dienstleistungen aufgrund von ihnen von der Regierung übertragenen Aufträgen erbringen müssen, können die Mehrwertsteuer nicht abziehen (z.B. Kulturzentren, bestimmte Theater, Festivals usw.). Eine Erhöhung der Mehrwertsteuer auf 9% würde für viele von ihnen zu einer faktischen Erhöhung der Kosten und Lasten führen, mit unvermeidlichen Auswirkungen auf die angewendeten Preise und den tatsächlichen Zugang aller zu Kulturveranstaltungen.
Schließlich hat der französischsprachige Buchsektor bereits mit ungünstiger Konkurrenz aus Frankreich zu kämpfen, wo ein Mehrwertsteuersatz von 5,5% gilt. Derzeit sind es die Buchhändler, die diesen kleinen Unterschied in ihrer Marge auffangen, was nicht mehr möglich wäre, wenn der Unterschied auf 3,5% erhöht würde.
Organisationen, die das Brandbrief unterzeichnen und denen sich Klassiek Centraal anschließt (Stand 28. August 2024)
ABDIL - Auteurices de la Bande dessinée et de l'Illustration réuni·e·s,,ACTEURSGILDE, AIRES LIBRES – Fédération des arts de la rue, des arts du cirque et des arts forains, AMBITUS - Fédération des ensembles belges indépendants des musiques classiques, ARTISTS UNITED – association de défense des intérêts des travailleur·euses du secteur culturel, ARTeM - Art, Recherche, Technologie et Musique, Asbl Festival d'Art, ASTRAC – Réseau des professionnels en Centre Culturel, ATPS, Association de Technicien·ne·s Professionnel·le·s du Spectacle, BEMontage, BIMA - Belgian Independent Music Association, CTEJ – Chambre des Théâtres pour l'Enfance et Jeunesse, CCTA – Chambre des compagnies de théâtre pour adultes, CGSLB, COURT-CIRCUIT - Fédération d'organisations de concerts, CSC Culture, DeAuteurs tekenen, Elles Font des Films, laFAP – Fédération des arts plastiques, FTA – Fédération du Théâtre-Action, FACIR – Fédération des Auteur·rices, Compositeur·rices et Interprètes Réuni·es, Fazz (Fédération des Jazz et musiques improvisées – ex Museact), FCI – Fédération de la Culture indépendante, FEAS – Fédération des employeurs des Arts de la Scène, Fédérations des conteurs, FeBeME - Fédération Belge de Musique Électroacoustique, FLIF - Fédération des Labels Indépendants Francophones, Forum de la Création Musicale, Hors-Champ - Fédération des métiers du cinéma, IRW-CGSP-CULTURE, Jazzstation asbl, La Chapelle de Verre (Fauquez), LES LUNDIS D'HORTENSE – Association des musicien·nes de jazz belge, NICC, PRO SPERE, la fédération des créateurs et interprètes de l'audiovisuel et du qui réunit (l'ARRF ( Association des réalisateurs et réalisatrices francophones), l'ASA ( Association des scénaristes de l'audiovisuel ), ASAR (Association des Auteurs Radio), SABAM-SACD-SCAM ( Sociétés d'auteurs ), PLAYRIGHT (Société d'artistes interprètes ), l'UNION DES ARTISTES (Union des Artistes du Spectacle), BELGIAN SCREEN COMPOSERS GUILD ( Compositeurs musique de films ), M-Collectif – Marionnettes, théâtre d'objets et arts associés en FW-B, La RAC – Réseau des Arts Chorégraphiques, PLAYRIGHT, SABAM, SACD, SCAM, Scenaristengilde, beroeps en belangenvereniging voor Vlaamse scenaristen, SETCa-FGTB Fédéral | BBTK Federaal, SETCA Culture BHV, State of the Arts, Unie van Regisseurs, UAS - Union des Artistes du Spectacle