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Dank Thomas Vanderveken spielte er Mozart…

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Dank Thomas Vanderveken spielte er Mozart…

Er, das ist Bart Debbaut. Wer? Bart Debbaut, einige kennen ihn als Kaufmann, andere kennen ihn als Autor einer Reihe von Kriminalromanen und jetzt kennen ihn einige hundert schon als Pianist, der vielleicht doch lieber Pianist geworden wäre…

Lassen Sie mich gleich zur Sache kommen, denn ein Klavierkonzert, und dann noch Mozart – nichts ist fragiler – bringt man nicht aus dem Stegreif auf die Bühne. Mut, Willenskraft, Durchhaltevermögen und vor allem Liebe zur Schönheit führten zu einem Ergebnis, das Dilettantismus überwand. Hut ab!

Bart Debbaut ließ sich von Thomas Vanderveken mit seinem ‚Thomas Speelt het Hard' inspirieren, bei vielen noch ziemlich frisch im Gedächtnis. Es war ein süßer Junglenstraum von Debbaut, irgendwann dieses 17. oder zumindest ein anderes Klavierkonzert von Mozart spielen zu können. Damit anzufangen war eine andere Sache: Bart ist Geschäftsmann, hat eine Familie und schreibt Bücher. Durch die Verfolgung des gesamten Prozesses rund um Thomas Vanderveken und sein Klavierkonzert wusste Bart Bescheid: Er würde, wie Thomas, Liebrecht Vanbeckevoort bitten, ihn zu trainieren. Und so geschah es. Nur hatte Bart nicht die gleichen Mittel, weder finanziell noch logistisch und medial, wie Thomas. Es wurde eine lokale Angelegenheit mit einem Amateurorchester, aber deswegen nicht weniger intensiv. Es wurden mehr als ein Jahr Studien bei dem strengen, aber gerechten Klavierlehrer, den wir regelmäßig auf den Konzertpodien antreffen dürfen: Liebrecht Vanbeckevoort.

Sonntag, 24. Februar war es dann soweit. Die Heilig Hartkerk in Tienen war voll besetzt mit Barts treuesten und fanatischsten Anhängern: Ehefrau und Kinder an erster Stelle, Familie, Freunde, Bekannte, Sympathisanten und ‚normale' Musikliebhaber. Und dort, liebe Leser, saß ich dazwischen. Ohne zu wissen, was ich hören würde, aber mit Sympathie für die Initiative und in dem Bewusstsein, dass Thomas Vanderveken tatsächlich etwas in Gang gesetzt hat. Ich bleibe davon überzeugt, dass das, was er mit Thomas Speelt het Hard tat, außergewöhnlich gut für die klassische Musik ist.

Kurz vor Konzertbeginn sagt ein starker, selbstbewusster Bart Debbaut zu wem auch immer zuhört: „Ich bin wirklich nicht nervös". Ich lache in mich hinein, sage aber nicht, was ich denke: „Das wird auf der Bühne in einem Viertelstunde sicher anders sein"… War es anders? Oh ja, kurzzeitig übernahmen die Nerven die Oberhand, aber das dauerte nicht lange. Bart Debbaut bewies, dass Übung Kunst schafft. Wir hörten ein Mozart-Konzert, das ein durchschnittlicher Profi in Bezug auf Intonation und Phrasierung nicht unbedingt besser spielen würde. Ach ja, Bart hat nicht die gleiche Kühnheit am Klavier wie der erfahrene Solist, aber darum ging es nicht, es ging darum, einen Traum zu verwirklichen, und das gelang vollkommen. Mehr noch, ich wage zu sagen, dass es schade ist, dass Bart Debbaut 30 Jahre lang kein Klavier spielte, denn sonst hätten wir in ihm einen Konzertpianisten gehabt.

DER Konzertpianist war da und nicht nur als Trainer von Bart Debbaut. Liebrecht Vanbeckevoort spielte einen unvergesslichen Bénéction de Dieu dans la Solitude von Franz Liszt. Was für eine volle Reife als Musiker, was für ein Einfühlungsvermögen, was für eine ehrliche Interpretation, sich selbst beiseite setzend, um Liszt selbst zu Wort kommen zu lassen. Großartig!, ein qualitativ hochwertiges Pianospiel von Weltklasse. Der Romantiker in Liebrecht Vanbeckevoort offenbarte sich in diesem Werk, das man auch auf der neuesten CD des Pianisten hören kann (Franz Liszt, Reflections, veröffentlicht bei Et'Cetera, KTC1631).

Das Limburgs Kamerorkest zeigte sein bestes Bein mit dem Eröffnungswerk Scène 1 aus dem Schwanensee von Peter Tsjaikovski, der Ouvertüre La Princesse Jaune von Camille Saint-Saëns und mit Pianist Liebrecht Vanbeckevoort Manuel de Falla sein Danze Ritual aus Al Amor Brujo.

Viele zufriedene Herzen kehrten nach Hause zurück, nicht nur Bart Debbaut, der es dann doch tat, sondern schau mal an, auch das Kankersteunpunt Tienen, denn das erhielt die Einnahmen des Konzerts. Von Anfang an war es die Absicht, die Einnahmen für einen guten Zweck zu spenden. Der Verein erhielt nicht weniger als 2.500 Euro!


  • WAS: Bart speelt Mozart
  • WER: Bart Debbaut, Liebrecht Vanbeckevoort, Limburgs Kamerorkest
  • WO & WANN: Heilig Hartkerk Tienen, 24. Februar 2019
  • FOTOS: Laurent-Nadine
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