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Die Diva unter den Opernkritikern ist nicht mehr: Ruhe in Frieden, liebe Erna Metdepenninghen

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Die Diva unter den Opernkritikern ist nicht mehr: Ruhe in Frieden, liebe Erna Metdepenninghen
© Foto dagelijks iets degelijks

Erna Metdepenninghen, ein Name, der in der breiten Opernwelt im In- und besonders auch im Ausland klang / erklang wie der einer Diva, auch wenn sie nicht sang. Es ist schwierig, wenn nicht unmöglich, einen Rezensenten zu nennen, der sich so zentral in der internationalen Opernwelt positionieren konnte wie Erna. Sie verstehen also, liebe Leser, dass es für Klassiek Centraal eine große Ehre war, als sie 2011 selbst vorschlug, für uns, auf rein freiwilliger Basis, Rezensionen von Opern außerhalb unseres Landes zu schreiben "Und auch über OdeGand (Festival van Vlaanderen Gent), wenn es geht?". Ja, natürlich durfte das!

Erna Metdepenninghen verließ unerwartet diese Welt am 6. März 2025. Und ob wir sie vermissen werden! Ohne Erna wären in Klassiek Centraal keine Rezensionen über das jährliche Wagnerfestival in Bayreuth erschienen, nichts aus der Scala von Mailand, nicht aus Salzburg und anderen großen Häusern. Das bedeutet ihr Heimgang für unser Magazin einen direkten Verlust, aber es gibt mehr. Mit ihr geht nicht nur eine besondere farbenfrohe Persönlichkeit verloren, an der man buchstäblich und im übertragenen Sinne nicht vorbeischauen konnte, mit ihr verliert die Welt eine wandelnde Opern-Enzyklopädie. Ihr Wissen war bewunderungswürdig, nicht nur in Bezug auf Fakten und Operngeschichte, sondern auch über jeden möglichen Opernstimme denkbar. Sie musste sozusagen nur einen halben Seufzer von jemandem hören, um ausführlich zu erzählen, wer es war, wo und wie dieser Seufzer gelassen wurde und was die Leistung war oder nicht.

Erinnern Sie sich beispielsweise an ihre schmackhaften Beiträge, voller Leidenschaft und in vollen Sätzen saftig erzählt auf BRT3/Radio3/Klara. Sie hat mich warm gemacht, um ab und zu Opern zu rezensieren. Ihre Art zu arbeiten, das war inspirierend. Unabhängig freidenkend in vollem Respekt vor dem Werk, dem Komponisten, dem Libretto, der Entstehungszeit, vor den Ausführenden. Weniger manchmal für bestimmte Formen bizarre zeitgenössischer Inszenierungen und die Art und Weise, wie Direktoren und Intendanten von Opernhäusern vorgehen, aber da konnte ich ihr keinen Unrecht geben. Im Gegenteil...

Erna bekam die Oper sozusagen mit dem Löffel eingegeben. Ihr Vater, der Autor Arthur Metdepenninghen war ein Opern- und Theaterfanatiker, der sehr aktiv in dieser Welt tätig war und Berge dafür versetzte. Zusammen mit Gerard Mortier und seinen Töchtern Erna und Vera stand er hinter der Gründung von Jeugdopera. Es muss bei Arthur zuhause schon eine Oper an sich gewesen sein, besonders als Arthur sich mit der bekannten Opernsängerin Lola di Vito wiederverheiratete.

Erna Metdepenninghen tat mehr, viel mehr als Rezensionen im In- und Ausland für Radio, Zeitungen, Zeitschriften in mehreren Sprachen zu schreiben. Sie schrieb Texte für Bücher, trug zu wissenschaftlichen Studien bei, hielt Vorträge, lebte mit den Sorgen von Bekannten und sogar weniger Bekannten mit, ergriff zahlreiche Initiativen, um nicht nur ein vertrautes Publikum, sondern besonders auch die Jugend für klassische Musik im Allgemeinen und Oper im Besonderen zu begeistern.

Einmal sagte ich ihr spontan – es war in der Opéra Royal de Wallonie, damals noch unter der Leitung von Stefano Mazzonis di Pralafera selig Gedächtnis – "Erna, ihr seid eine echte Operdiva, das könnt ihr nicht leugnen!". "O nein, haha, ich singe nicht!". Wirklich? Sang sie nicht? Klangen ihre gesprochenen und geschriebenen Beiträge nicht wie Musik, wie Arien in den Ohren? Ja, nicht wahr? Lebwohl Erna, ja, ihr wart eine Diva, mit großem D!

Ludwig Van Mechelen

[caption id="attachment_41035" align="alignleft" width="426"]Foto Opening bibliotheek International Opera Academy 16 juni 2022 Foto Opening bibliotheek International Opera Academy 16 juni 2022[/caption]

Roger Creyf über Erna Metdepenninghen

Sie erzählte immer gerne, wie sie mit Gerard Mortier "Jeugd en Opera", eine Jugendbewegung gründete, um junge Menschen stärker in das Operngeschehen einzubeziehen. Viele Musikliebhaber kennen sie von Artikeln in der Zeitung und Kommentaren auf Klara. Und ja, sie nahm kein Blatt vor den Mund. Frei und offen schrieb sie ihre Meinung und das kam nicht immer gut bei Opernintendanten an.

Als ihre Zeitung, De Standaard, 2004 eine Verjüngungskur durchführte, musste sie fast zwangsläufig einen Schritt beiseite treten. Und das fiel ihr schwer und sie machte kein Hehl daraus. Aber sie schrieb natürlich weiterhin für Medien im In- und Ausland. Denn Erna besuchte Opernhäuser in ganz Europa. Sie war dort mit ihrer schlanken Gestalt nicht nur eine auffällige, sondern besonders auch eine gerne gesehene und geschätzte Figur.

Ich selbst lernte sie persönlich kennen, als ich Mitglied und später Sekretär der Vereinigung der Belgischen Musikpresse / Union de la presse musicale belge wurde. Diese Vereinigung, gegründet 1953, verleiht jedes Jahr ihre Caecilia-Preise für die besten CD-Produktionen des vergangenen Jahres und jedes Jahr auch den Preis des Jungen Musikers des Jahres. Erna wurde 1990 deren Vorsitzende und unter ihrer Leitung erlebte diese Vereinigung ihre Blütezeit.

Die Verleihung dieser Preise war jedes Mal eine festliche Angelegenheit und sie konnte sogar Cecilia Bartoli als Gast bei einem dieser Ereignisse verpflichten, die in den prestigeträchtigen Gebäuden der Royale Belge, Gemeentekrediet, BOZAR, Flagey und De Munt stattfanden. Sie blieb Vorsitzende bis 2006 und danach natürlich Ehrenvorsitzende. Aber sie kam immer noch pünktlich zu den Generalversammlungen der Vereinigung. Erst kürzlich fuhr sie im Januar abends mit ihrem Auto von Gent nach dem "geschäftigen Brüssel" und dem "schwierigen Parkplatz" von Flagey, um unsere Generalversammlung zu besuchen. Sie gab dort, wie immer, freimütig Kommentare zum Stand der Dinge in der Opernwelt ab.

Sie hatte nichts für Kritiker übrig, die ihrer Meinung nach zu viel Aufmerksamkeit auf Regie und Inszenierung legten und zu wenig auf die Qualität der Stimmen und der Musik achteten. Und Erna hätte sicherlich eine kritische Bemerkung zum neuesten Projekt De Munt angebracht, um Oper für Jugendliche zugänglicher zu machen, indem eine De Munt-Produktion (Tosca) in 403 kurze, leicht verdauliche Happen für die digitale Jugendplattform TikTok aufgeteilt wird. Aber zugeben, alles ändert sich, auch ein Leben ohne Erna Metdepenninghen.

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