Brücken bauen, Völker verbinden, Menschen zusammenbringen und sie durch Musik versöhnen. Es scheint ein Thema zu sein, das sich wie ein roter Faden durch Lunalia 2018 zieht. Mit „De poort naar het Oosten" sorgt das Festival van Vlaanderen, Mechelen, erneut für eines der Top-Konzerte dieser Reihe. Marco Beasley und Constantinople bringen zwei Welten in einem bezaubernden Konzert zusammen.
Constantinople: Das kanadische Ensemble hat sich in den letzten 20 Jahren auf verschiedene Stile spezialisiert. Mit „Poort naar het Oosten" wagen sie sich an Musik aus dem Osmanischen Hof, nach einem Manuskript des polnischen Orientalisten Ali Ufki aus dem 17. Jahrhundert, oder, auf Polnisch Wojciech Bobowski. Dieses Manuskript vereinigt, wie auch dieses Konzert, europäische und osmanische Musik und verbindet auf diese Weise zwei Welten, die scheinbar weit auseinander liegen, aber musikalisch nahtlos aneinander anzuschließen scheinen.
Constantinople und Marco Beasley wechseln sich ab. Mal verhalten, dann wieder voller Leidenschaft. Gesänge in Italienisch, Farsi und Neapolitanisch: Sowohl die Meisterschaft des Sängers als auch der Gruppe zeigen sich. Manchmal scheinen die Instrumente die Begleitung zum Gesang zu sein, dann wieder scheint der Gesang dem Musikalischen der orientalischen Instrumente untergeordnet zu sein. Marco Beasley erzählt, singt, leidenschaftlich. Aufreißende Rhythmen scheinen die Klänge einer Schar von Bauchtänzerinnen hervorzurufen, die mit winzigen Glöckchen an ihren Knöcheln vorbeihüpfen. Universelle Liebesliedern werden mit Beschwörungen und mystischen Zaubersprüchen, Traurigkeit und Glück, Liebe und Leid abgewechselt, auch hier wieder verbindend.
Zusammen mit Marco Beasley und Constantinople gehen wir durch dieses Konzert versunken in Gedanken und die Unterschiede zwischen Ost und West scheinen zu verblassen. Dass all diese Gesänge aus einem einzigen Manuskript stammen, ist angesichts der Fülle und Vielfalt schwer zu glauben. Solche Konzerte tragen dazu bei, dass die Meisterschaft verschiedener Kulturen, Genres und Hintergründe zu einem geschmackvollen Ganzen vereint werden, das die Unterschiede wegwischt, um sich auf das zu konzentrieren, das uns alle verbindet.
- WAS: De poort naar het Oosten - im Rahmen von Lunalia
- WER: Constantinople & Marco Beasley
- WO: Sint-Romboutskathedraal, Mechelen
- WANN: Montag, 30. April 2018