Zum Inhalt springen
Automatisch übersetzt · Original
Rezensionen

Die Wiener Philharmoniker - Lissy Quartett Wien - versetzen Mechelen in Träume

A
· 3 Min. Lesezeit
Diesen Artikel teilen
Die Wiener Philharmoniker - Lissy Quartett Wien - versetzen Mechelen in Träume

Hätte es je einen Nobelpreis für Musik gegeben, hätte er zu Recht an Raimund Lissy vergeben werden können. Nie von ihm gehört? Vielleicht. Aber schauen Sie sich doch einmal das berühmte Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker an.

Sie werden ihn als Leiter der 2. Violen sehen. Und auch die übrigen Mitglieder des Lissy Quartett Wien, das er 2008 gründete, erzielen große Erfolge im Wiener Musiklandschaft. Altviolist Robert Bauerstatter brachte es 2004 vom Leiter der Altviolasektionen bei der Wiener Staatsoper zum Mitglied der Wiener Philharmoniker. Cellistin Maria Grün gehört seit 2014 zur Cellosektionen der Wiener Philharmoniker. Violinistin Regina Brandstätter entschied sich für eine pädagogische Karriere, Kammermusik und Soloauftritte.

Für ihr Konzert in der Kirche Sankt Peter und Paul im Rahmen des Amazing Haydn Zyklus wurde das Quartett durch Pianistin Srebra Gelleva verstärkt, die in Wien und weit darüber hinaus als Dozentin, Kammermusikerin und Solistin aktiv ist.

Fünf ausgezeichnete Musiker im Dienste von Haydn, Mozart, dem dieses Jahr verstorbenen Balduin Sulzer und... Joseph Mayseder. Dass dieser Name nur Fragezeichen aufwirft, ist eine wahre Schande, für die unser Musikunterricht, Radio, Medien und Konzertveranstalter die Schuld untereinander verteilen können.

Denn über diesen Mayseder gibt es viel zu sagen. Raimund Lissy, der ihn wiederentdeckte, schrieb ein dickes Buch darüber, das bald über Amazon zu kaufen sein wird. Mayseder, der von 1789 bis 1863 lebte, kreuzte aktiv den Weg aller, die damals in Wien, Paris und Italien einen Namen hatten: Wranitzky, Haydn, Salieri, Kozeluch,

Schuppanzigh, Schubert, Czerny, Spohr, Beethoven, Hummel, Giuliani, Moscheles, Baillot, Viotti, Kreutzer, Cherubini, Vieuxtemps, die Schumanns, Liszt, Carl Loewe, Meyerbeer, Chopin... Keine zufälligen Begegnungen, sondern musikalische Zusammenarbeit mit einem Violinvirtuosen, der von Paganini sehr hochgeschätzt wurde, der 1827 zusammen mit Schubert, Czerny und Grillparzer Fackelträger bei Beethovens Beerdigung war und der in Wien ein Ehrengrab und eine Maysedergasse erhielt.

Andererseits hatte Mayseder selbst auch viel zu sagen, in Noten dann. Aus seinem reichen Oeuvre erschienen bei Gramola eine CD mit seinen drei Violinkonzerten und drei CDs mit Kammermusik.

Aus dieser Kammermusik suchte Raimund Lissy drei köstliche Werke aus.

Im ersten Streichquartett, einem vielversprechenden Werk eines Sechzehnjährigen, war der Einfluss Beethovens nicht zu leugnen. Obwohl es noch etwas schulmeisterlich klang, forderte Mayseders jugendliche Experimentierfreude eine extreme Virtuosität auf der Violine heraus und sprach er im Adagio bereits seine eigene romantische Sprache. Das Schlusrondo war geradezu charmant.

Von 1806 bis 1820. Dann schrieb Mayseder sein gewinnend Erstes Klaviertrio, voller herzgewinnender Melodien, verspielter Klavierpartien, überraschender Effekte wie Pizzicati und col legno und die Gelegenheit, die warme Sonorität des Altviolisten Bauerstatter zu bewundern.

Derselbe Entzücken beschloss das Konzert: die Konzertanten Variationen von wieder 20 Jahren später.

Hier war Originalität Trumpf und eine virtuose Ausgelassenheit, an der sich Pianistin Srebra Gelleva deutlich beteiligte.

Auch die Zugabe war der klingende Beweis, dass die Österreicher mehr Gespür haben als wir für all das Schöne, das die Klassik zu bieten hat. Sie präsentierten stolz ein unbekanntes Perlen von Richard Strauss: Liebesliedchen.


  • WAS: Konzert Amazing Haydn mit Werken von Haydn, Mozart, Mayseder, Sulzer
  • WER: Lissy Quartett Wien
  • WO & WANN: Kirche Sankt Peter und Paul Mechelen, 12. Oktober 2019
  • FOTOS: © Carine Peeraer
Diesen Artikel teilen

Kommentare

Noch keine Kommentare. Sei der Erste, der kommentiert.

Kommentar hinterlassen

Kommentare werden vor der Veröffentlichung geprüft.

DE