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Domenico Scarlatti - A Man of Genius – Sonaten 1752-1753

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Domenico Scarlatti - A Man of Genius – Sonaten 1752-1753

Es ist für den Cembaloisten keine geringe Aufgabe, auf seinem Instrument das sangliche Element ('cantabile') überzeugend ins Rampenlicht zu bringen. Einerseits hängt dies mit den mechanischen Eigenschaften des Cembalos zusammen und andererseits mit seinem ziemlich schnell verlingenden Klang. Aber es kann ein solides Mittel zu Hilfe gerufen werden: die Ornamentation und das ist genau das, was der italienische Cembalolist Francesco Corti auf dieser Aufnahme hören lässt. Und weil er das so geschmackvoll tut, habe ich auch gar kein Problem damit.

Wo es in Scarlattis Sonaten an ausdrucksstarker Tiefe mangelt, zeugen sie dennoch von einer fast ungezügelten Phantasie neben viel kompositorischer Raffinesse. Kein Wunder also, dass seine Sonaten äußerst hohe Anforderungen an die Spielfertigkeit des Tastenisten stellen, der buchstäblich keine Hände umdreht für kreuzweise zu spielende Passagen, unglaublich schnell auszuführende Tonwiederholungen oder fast aus dem Band springendes Oktavenspiel. Scarlatti hat die Spieltechniken und Klangmöglichkeiten des Cembalos wirklich bis in alle Winkel erforscht. Derart sogar, dass neue Techniken entstanden. Der Tastenist muss also sowohl sonor als auch klar davon Rechenschaft ablegen.

Diese Stücke werden zwar Sonaten genannt, aber mit der klassischen Sonatensatzform haben sie nichts zu tun. 'Sonate' bedeutet hier nur, dass es rein instrumentale Stücke (eigentlich Miniaturen) sind. Von einer organischen thematischen Entwicklung ist keine Rede, was diese Sonaten jedoch nicht weniger fesselnd macht.

Von dem Tastenisten (in Scarlattis Zeit selbstverständlich nur dem Cembaloisten) wird erwartet, dass er diese Stücke alert und prägnant spielt, mit viel Affekt (Effekthascherei hat ohnehin dort nichts zu suchen). Der durch kontrastierende Motive gespeiste Ausdruck verlangt darüber hinaus nach einer Herangehensweise, die sich sowohl auf feinmaschige Dichterlichkeit als auch auf energisches 'Sturm und Drang' richtet. Francesco Corti gehört zu jener begrenzten Schar von Cembaloisten, die darin den (übrigens nicht einzigen) richtigen Weg weiß.

Das von ihm gespielte Instrument ist eine Replik aus der Hand des bekannten Baumeisters Philippe Humeau (2002) nach italienischen Barockmodellen. Die Stimmung ist a' = 415 Hz.

Tags cd
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